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entstehen, der den voraus gehenden mit dem nachfolgendenohne Sprung verbindet, obgleich dieser Zwischenausdruck imhöchsten Grade kurz und unmerklich seyn kann. Wer z. B. ineinem ruhigen Gespräche mir jemandem begriffen ist, und un-vermuthet aus das empsindlichste von ihm beleidiget wird, derwird in Declamation und Geberdenspiel nicht mit einem Mahledie ganze Flamme des Zornes auilodern lassen, sondern nachund nach. Nicht gleich beym ersten Ausbruche wird der Tonpfeifen, kreischen, in einem gewaltsam gestoßenen Rhythmusforteilen, sondern er steigt ungefähr (in den gewöhnlichen Fäl-len) in Terzen in die Hohe, wächst ungefähr in eben dem Ver-hältnis; an Stärke, ist anfänglich noch mehr gehalten, mildund gebunden, und wird ungefähr in dem vorigen Verhältnissegestoßener, rauher, unordentlicher, schneller. Eben so im Ge-berdenspiele. Zuerst ändert sich das Auge, funkelt und rolltim Kopfe herum; die Lippen fangen an zu zucken und sich zuverziehen, und erst dann verbreitet sich die krampfhafte Unruheüber die übrigen Gesichtszüge, in die Hände und den übrigenKörper. Also im Geberdenspiele sowohl als in der Declamationherrscht in den ersten Augenblicken noch etwas von der Ruhedes vorausgehenden Zustandes, wenn schon der Sturm desnachfolgenden zu toben angefangen hat.
Wie hier, so in allen Fällen. Allemahl bleiben von demvorausgehenden Zustande diejenigen Ausdrücke am längsten zu-rück, die in den weniger reizbaren Theilen liegen, oder über-haupt weniger von der Willkühr abhängen. Die reizbareren,empfindlicheren, ausdrucksvolleren Theile zeigen den Ausdruckdes nachfolgenden Zustandes zuerst. Bey einem Wechsel vonTraurigkeit und Freude lächelt oft das Auge schon, wenn dieZüge um den Mund herum noch weinen.
Affecte können verwandte heißen, so fern die Seeleleicht aus dem einen in den andern übergeht; entfernte,so fern das nicht ist, ungefähr so wie man die körperlichenStoffe verwandt nennt, wenn sie einander anziehen. Je ent-fernter nun die Affecten sind, die ein Redner gleich nach ein-