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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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das Gesicht erbleicht, die Brust wird beengt und beklommen,das Herz pocht vom zusammen gepreßten Blute.

Deym Schrecken öffnet sich das stiere Auge, so wieder Mund.

Diese Beyspiele mögen genügen, um die Wahrheit inder mimischen Darstellung der Affecte bemerken nnd durch flei-ßige Übung treffen zu lernen. Zum Schluffe dieser Materiefolge hier eine wichtige Bemerkung, welche Maaß in Betreffdes Überganges aus affectlosen Zuständen in affectvolle, undaus einem Affecte in den andern mittheilt:

Da die menschliche Seele, wie die Natur überhaupt,keine Sprünge macht, sondern aus jedem gegebenen Zustandein einen andern durch eine state Fortschreitung übergeht, ob-gleich die Zwischenveränderung oft so schnell geschieht, und sounmerklich ist, daß sie sich aller Wahrnehmung entzieht: sokann sie auch aus Ruhe in Affect, und aus Affect in Ruheniemahls unmittelbar und plötzlich, sondern nur mittelbar undallmählig übergehen. Der vorige Zustand dauert noch zumTheile fort, indes; der folgende schon anfangt, und das gibteinen gemischten Mittelzustand, durch den die Seele erst hin-durch muß, ehe der folgende ganz rein epistiren kann. So wieein kalter Körper nicht mit einem Mahle, sondern nur nachund nach glühend wird, wenn wan ein Feuer anzündet, undein glühender nicht plötzlich, sondern nur allmählig wieder kaltwird, wenn man das Feuer auslöscht: so geräth auch die kalteruhige Seele nicht mit einem Mahle in Gluth, wenn sich dasFeuer eines Affects entzündet, und wird, wenn sie in Gluthist, nicht plötzlich wieder kalt und ruhig, wenn auch die Ursachedes Affects aufhört. Nach diesem Gesetze der Seele muß sichdie körperliche Beredsamkeit genau richten. Der Redner darfalso nicht aus einem affectlosen Ausdrucke plötzlich in einenaffectvollen herüber, oder aus diesem in jenen zurück fallen,sondern muß beyde durch einen stätigen Übergang verbinden.Indem der folgende Ausdruck anfängl, muß von dem vorigennoch etwas übrig seyn, und so ein gemischter Mirtelzustand