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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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zu befürchten hatte. „Er war — sagt Tacitus — besorgt we-gen des geheimen Haffes seines Oheims und seiner Großmut«ter; ein Haß, der um so bitterer war, je weniger er selbst dazuAnlaß gegeben hatte." Auch hier wird eine moralische Bemer-kung gemacht, die aber keineswegs daS eigentliche Ansehen der-selben hat. Sie ist als ein Theil der Erzählung angebracht,und erklärt die Ursachen von den Besorgnissen des Germani»cus.

io. Der Historiker hüte sich vor gezwungener und schwer-fälliger Verknüpfung der einzelnen Theile des darzustellendenStoffes; er biete vielmehr allen Scharfsinn, alle Kunst auf,Tharsachen und Begebenheiten, sie mögen noch so sehr voneinander getrennt seyn, in einen schicklichen und natürlichen Zu-sammenhang zu bringen.

n. Insbesondere ist dem Historiker die weise Beobachtungeines Mittelweges zwischen allzu gedrängter Darstellung und zuschwatzhafter Ausführlichkeit ans Herz zu legen; denn die er-stere erzeugt Dunkelheit und Verwirrung, die letztere Ermü-dung und Überdruß. Auch in dieser Hinsicht macht Hugo Blairdie sehr richtige Bemerkung:

„Der Geschichtschreiber muß wissen, wo er gedrängt zuschreiben hat, und wo er ausführlich seyn darf. Er mußüber geringe und unbedeutende Ereignisse kurz hinweg eilen,aber dafür bey solchen verweilen, die ihrer Beschaffenheitnach auffallend und beträchtlich, oder reichhaltig an wichtigenFolgen sind; er muß unsere Aufmerksamkeit im voraus aufdieselben vorbereiten, und sie dann in das beste und vollständigsteLicht zu stellen wissen. Das Zweyte, woraus er zu sehen har, isteine gehörige Auswahl der Umstände, welche mit den Begeben-heiten , die er ausführlich erzählen will, verknüpft sind. Allge-meine Thatsachen machen auf das Gemüth einen schwachen Ein-druck. Die Beschaffenheit der Nebenumstände und besonder»Züge ist es hauptsächlich, wodurch eine Erzählung für den Leserunterhaltend und rührend wird. Durch sie erst erhält die Erzäh-lung der Begebenheiten Leben, Körper und Colorit; durch sie