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1. weil die Veranlassungen zu diesen Briefen einen sehrkleinen Umfang haben, und daher fast immer die nähmli-chen sind; . '
2. weil nebst dieser Einförmigkeit ihr Stoff meistens sehrdürftig, erschöpft und abgenützt ist;
3. weil die Vereinigung von Empfindung und Convenienz,die hier Statt finden soll, an und für sich schon eine sehr be-schwerliche Aufgabe ist.
Für die gefährlichsten Klippen dieser Briefgattung erklärtPölitz: die Übertreibung der Theilnahme; die sichtbare Erkün-stelung der vorgespiegelten Empfindung; trockene zurückstoßendeKälte; unnöthigen Schmuck in der Darstellung: ermüdendeWeitschweifigkeit in der Behandlung eines einförmigen Gegen-standes. „Wer nicht durch den gesellschaftlichen Umgang gebil-det, und in den gewandten Ton der höhern Convenienz einge-weiht ist; wer nicht zugleich die Geschicklichkeit besitzt, sich indie muthmaßliche Stimmung und Empfindung des Empfängers,bey der Abfassung eines Wohlstandsbriefes, hinein zu denken unddie, durch die Veranlassung zum Wohlstandsbriefe in ihm er-weckte Empfindung mit der nöthigen Feinheit zu berühren; wernicht das Einförmige und Alltägliche des Gegenstandes, oderden Abgang alles höhern Interesse an demselben durch die Ein-kleidung, Wendung und Haltung des Ganzen zu ersetzen ver-steht: der wird bey seinen Wohlstandsbriefen ins Widrige undUnerträgliche fallen." —
§. i3.
Sentimentaler oder Empfindungsbrief.
Da dieser Brief an solche Personen gerichtet wird, mitwelchen wir durch die nächsten und schönsten Lebensverhältniffeverbunden sind (Älter», Gatten, Geliebte, Freundere.): soversteht sich von selbst, daß hier die Empfindung freyen Spiel-raum erhalten, folglich in einem solchen Briese der Ausdruckder wahrsten Gefühle, die Sprache echter Herzlichkeit herr-schen muß.