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2 . Die Ausführung des Gegenstandes. Hier-bey ist vorzüglich Folgendes zu beobachten:
a) Die Hauptsache/ der Kern des ganzen Inhalts/ werdezuerst kurz und deutlich dargestellt.
t>) Dann folge die E-läuterung, durch umständliche Erzäh-lung der Thatsachen/ durch Anführung von Beweggründen/Vorstellungen Über guten oder schlechten Erfolg, Ursachen undWirkungen, Beweisen, Ermahnungen, Trostgründen rc.
c) In dem ganzen Briefe herrsche der Ausdruck der indi-viduellen und wahrhaften Stimmung desSchrei-benden mit immerwährender Rücksicht auf die Stimmung,welche der Brief in dem Gemüthe des Lesers wahrscheinlichhervor bringen wird. Erheuchelt man eine Stimmung, sowird man das Herz des Lesers schwach oder gar nicht ergreifenund bewegen; nimmt man aber auf die Stimmung, in welcheder Brief den Lesenden versetzen muß, keine Rücksicht, so wirdman ihn dadurch kränken oder beleidige». Wie unklug wäre esz. B., wenn man einem Freunde von irgend einem Unglücks-fall, der ihn betraf, Nachricht geben, und ihn dadurch tröstenwollte, daß man darüber witzelte oder mir Gleichgültigkeitspräche!
3. Der Schluß. Er muß mit der Sache selbst in Ver-bindung stehen, zugleicy aber unmittelbar auf die Person desje-nigen bezogen werden, zu dem der Brief spricht.
Es folgen hier einige Brief-Schemen aus Helfrechts Re-dekunst, um die so eben vorgetragene Lehre von den Theileneines Briefes anschaulicher zu machen:
Hauptsatz: Ankündigung eines Besuchs, den maneinem Freunde machen will.
Einleitung: Ich weiß, daß der Besuch meinem Freundenicht lästig fallen wird. Ich werde daher nächstens kommen.
Ausführung: Ich fühle die stärkste Sehnsucht; ich habeviel Wichtiges mit ihm zu reden; ich verspreche mir zugleichdas angenehmste Vergnügen.
Schluß: Nur die dringendsten Hindernisse könnten mich