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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
Entstehung
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Schreibart im Briefe mehr Sorgfalt zeigen, als die Unterre-dung, weil diese das Werk des Augenblicks ist, der Brief aberdas Product reiflicher Überlegung seyn soll, folglich selbst dievorgebliche Eile des Schreibens nur als ein sehr schwacherEntschuldigungsgrund für Fehler und Nachlässigkeiten gellenkann,

§. 8 .

Eintheilung der Briefe.

Man findet die Briefe wohl hier und da nach ihrer Formeingetheilt, z. B. eigentliche Briefe, Sendschreiben, Bil-lete rc.; diese Eintheilung ist aber nicht hinreichend, weil siesich auf keine w e se n t lich en Merkmahle gründet. Einen bes-sern Grund der Eintheilung gibt die Materie, der Gegen-stand oder Inhalt des Briefes. Hiernach haben wir fünf vor-zügliche Untergattungen:

1. Geschäftsbriefe.

2 . Wohlstandsbriefe.

3. Sentimentale Briefe.

4- Witzige und launige Briefe.

5. Belehrende Briefe.

§- 9-

Allgemeine Eigenschaften des Briefes.

Es bedarf wohl keines ausführlichen Beweises, daß jederBrief die allgemeinen Eigenschaften eines gutenStyls haben müsse, nähmlich: Bestimmtheit, Klarheit,Deutlichkeit, Correctheit, Kürze, Einheit, Ordnung undVollständigkeit. Wir betrachten daher sogleich die dem Brief-styl vorzugsweise nöthigen Eigenschaften, und zwar:

i. Leichtigkeit und Natürlichkeit. Hierüber be-merkt Hugo Blair sehr richtig:Das erste und wesentlich-ste Erforderniß ist, natürlich und kunstlos zu schreiben; dennwir suchen hier mehr als irgendwo den Menschen, nicht denSchriftsteller. Ein steifes und gezwungenes Wesen thut.in