Zog
conventionelle Höflichkeit und Achtung auf solche Weise zu be-zeigen , daß man den nähmlichen Gedanken anders ausdrückenwürde, wenn man zu Personen eines andern Standes spräche.
Der Geschäftsmann halte sich in seinen Aufsätzen, so vielals möglich, an die eingeführten Titulaturen und hergebrach-ten Formen. Änderungen und Neuerungen, womit sich Man-cher ein geniales Ansehen geben will, sind immer eine schwie-rige Sache, da sie gewöhnlich in Übertreibung ausarten. Willman jene Titulaturen und Ausdrücke über das Gewöhnliche er-höhen, so wird man- leicht schmeichlerisch und kriechend; willman sie eigenmächtig verringern, so wird man als anmaßendoder unbesonnen erscheinen.
Die Sorgfalt des Concipienten darf sich nur dahin er-strecken, daß die Courtoisie keinen Unsinn und keine gram-matischen Fehler enthalte, folglich die dem Geschäftsstylunentbehrlichsten Eigenschaften: Deutlichkeit, Bestimmtheitund Kürze, durch sie nicht gefährdet oder gar vernichtet werden.
§- 7 -
B r i e f st y l.
Der Brief ist eine Anrede an eine abwesende Per-son, und soll die Stelle einer mündlichen Unterredung mitderselben vertreten. Hieraus folgen drey nothwendige Erfor-dernisse :
a) daß man sich die Person, an welche man schreibt,und das Verhältnis;, in dem man zu derselben steht, wohlvergegenwärtige;
b) daß man die Regeln des guten Conversations - Tonsüberhaupt beobachte;
c) daß man mit diesen insbesondere auch denjenigen Tonverbinde, dessen man sich bedienen würde, wenn die Person,an welche wir schreiben, gegenwärtig wäre, und man mit ihrspräche.
Modificirt wird dieser Ton durch den Gegenstandder schriftlichen Unterhaltung. Auf jeden Fall aber muß die