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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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ermuntert zu desto muthigerer Vollbringung des Rückständigen.Nichts kann uns zu lang dünken, dessen Ende bestimmt gewißist."

So groß aber auch die Vortheile einer guten Eintheilnngsind, so gesteht doch der römische Kunstrichter selbst, daß sieoft nicht nur entbehrlich und überflüssig, sondern sogar schädlichsey, indem sie nur der Leitung der Natur folgen darf, undnichts anderes ist, als ein Hülfsmittel des Gedächtnisses, umvom Geleise der Rede nicht abzuweichen. Er bemerkt auch sehrrichtig, daß die schulgerechte Eintheilung vorzüglich deßhalb oftbesser vermieden werde, weil das Meiste reizender wird, wennes schnell erfunden, nicht bedächtlich vom Hause mitgebracht,sondern während des Vortrags aus der Natur der Sache selbsthervorzutreten scheint.Schickt man aber den Inhalt seinerHauptsätze voraus, so wird dem Nachfolgenden aller Reiz derNeuheit entzogen. Manchmahl muß man den Zuhörer täuschen,damit er meine, er komme auf etwas Anderes, als die Absichtwar; denn es ergeben sich oft bittere Wahrheiten, welche derZuhörer, wenn er sie voraus sieht, eben so scheuet, als der,welcher den Stahl des Wundarztes eher erblickt, als er ange-bracht wird."

Diese Sucht des Eintheilens finden wir selbst an berühmtenRednern des Alterthums gerügt. So spottet Cicero überdie an den Fingern hergezählten Einthcilungen des Hor-te n s i u s.

Insbesondere eifert Quintilian mit Recht gegen denMißbrauch der Unterabtheilungen. Es ist auch gewiß, daß sol-che Subtiliräten und Stückwerke jedem prosaischen Aufsatzes sey eine Rede, Abhandlung oder was immer etwasKleinliches und mühsam Gesuchtes aufdringen. Auch verleitensie den Schriftsteller, viel Überflüssiges herbeyzuführen, undauf eine spitzfindige Weise Dinge entzwey zu schneiden, die,ihrer Natur nach, unzertrennlich sind. Dessen ungeachtet abersagen solche Schriftsteller gewöhnlich weniger, als sie sagen sol-len und wollen, und wenn sie tausend Theilchen gemacht ha-