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§. 33 .
Mittel zur Bildung einer geschmackvollenSchreibart.
Diese sind:
а) Lectüre;
б) Verbindung der Selbstthätigkeit mit der Lectüre, dasist: Analysiren und Epcerpiren;
c) Übung im Schreiben.
Wir betrachten jedes dieser Hülfsmittel näher.
L.. Lectüre.
Rücksichtlich der Wahl, der Ordnung und des Nutzens derLectüre wären folgende Grundsätze zu beobachten:
1. Man lese zuerst Schriftsteller, welche eine vorzüglichreine Prosa schrieben, und zwar in allen drey Hauptgactungendes Styls.
2. Die Lectüre der Dichter folge erst nach jener.
5 . Die Lectüre zum Vergnügen sey der wissenschaftlichenuntergeordnet.
4 - Man hüte sich anfangs sehr vor manierirten Schrift-stellern, besonders vor solchen, welche ähnliche Manier haben.
5 . Man lese wenig, aber bedächtig, überlegend und prüfend.
6. Man beobachte genau die Stufenfolge vom Leichternzum Schwerem und hüte sich vor dem Unverständlichen.
7. Man bemühe sich stets, den Ausdruck von den Gedan-ken selbst wohl zu unterscheiden.
6. Schriftsteller von glänzenden Fehlern und verführeri-schen Schönheiten der Darstellung nehme man erst dann zurHand, wenn Urteilskraft und Scharfsinn einen hohem Gradvon Reife und Gediegenheit erhalten haben.
9. Man bemerke genau die Eigenheiten jedes Schriftstel-lers Und entwerfe sich seinen literarischen Charakter *).
*) Lichtenberg ertheilt in dieser Hinsicht vortrefflichen Rath:,, Zwei)Absichten," sagt er, »muß man bey der Lectüre beständig vor