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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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nur solcher Verzierungen, welche Starke und Nachdruck beför-dern. Sie faßt den Gedanken sogleich von der Seite, die zuErreichung ihrer Absicht dient, und stellt ihn in das hellste Licht.Was nicht unmittelbar zur Sache gehört, bleibt unberührt,denn sie geht immer den nächsten und kürzesten Weg. Darumsind Antithesen, Weglassungen-der Verbindungswörter undArtikel, und kurze Perioden ihre erwünschten Hülfsmittel. Vor-züglich bedient sie sich gern kurzer Satze, und wirkt durch Schläge.So schreitet sie schnell und lebhaft dahin, und erhalt den Leserstets in Athen, und Spannung, weil sie ihm so Manches selbstzu bedenken und auszuführen üoerläßt.

Thucydides, Tacikus, Sallust, Montesquieu, Schiller,Johannes Müller rc. sind glanzende Muster dieser Schreibart,die man mit dem Phalanx vergleichen kann, welcher dicht ge-schloffen, mit der Spitze gewaltig vordringt. Nur hüte man sichvor dem ihr nahe liegenden, gefährlichen Fehler der Dun-kelheit.

§. 3 ?.

Die feurige, leidenschaftliche, hinreißendeSchreibart.

Sie ist die Sprache der erhitzten Phantasie, der aufgereg-ten Leidenschaft und der tiefsten Empfindung. Sie kann, ihrerHeftigkeit unbeschadet, bald mehr einfach, bald sehr gedrängtund kräftig seyn. Sie ist ein reißender Waldstrom. Die zarte-ren und feineren Verschönerungsmittel paffen zu ihr nicht. IhrColorit ist glühend; alles athmet heißes Leben. Sie liebt daherKraftausdrücke, kühne Wendungen, plötzliche Übergänge, leichteVerbindungen, Wechsel von kürzen, Perioden und Sätzen. Nurhüte man sich, nie in das Spielende, Witzelnde und Schwülstigezu verfallen, welches dadurch geschieht, wenn die Ausdrücke grö-ßer sind als die Begriffe, oder die ausgedrückten Begriffe undEmpfindungen größer als die darzustellenden Gegenstände.