255
bessern Zone jenseits des Grabes bloß durch eine Auffüh-rung gelangen können, in deren Mitte sich der Strahlder Weisheit und der Tugend bricht. Zu dieser großenÜberzeugung werden wir um so sicherer Hinansteigen,wenn wir die unterschiedlichen Prüfungen und Reize zuVeruntreuung unserer Pflicht, die uns hier überall inden Wurfkommen, bloß für die Mittel unserer Erziehungund Bildung halten, durch welche der große Weltgeniusalle unsere Kruste in Umlauf bringen und sie zu der al-les zermalmenden Starke begeistern will, zu der sie sicherheben müssen, wenn jenseits der Gewölke des irdischenHorizonts das Morgenlicht eines überschwänglichenLohnes mit siegender Gewalt anbrechen soll."
*
-k *
Nun folgt dasselbe Fragment in verfehlter höhererSchreibart, deren schwülstige, gesuchte, gezierte Ausdrücke,sich widersprechende Metaphern, falsche oder nicht passende Bil-der u. s. w. Tadel verdienen:
»Nur der R o se n d u ft, der unser« Idealen entquillt,kan» die Thatigkeit eines mit Vernunft und Freyheit ausge-rüsteten Wesens zur Erreichung eines ipeit über ihnins Unendliche hinaus liegenden Zieles beg ei-st e r n und die holdlüchelnden Blüthen der Weisheit undder Tugend auf sein Erdenleben zaubern, um in ihremK e l ch e d i e Ah n u n g einer bessern Zukunft zu le-sen. Dieser Rosenduft wird über das Clairobscüredieses Erdenlebens eine so milde Dämmerung werfen,daß wir durch all die tiefblutenden Wunden, mitdenen die Leiden und Prüfungen dieses Lebens in das Herzunserer schönsten Kräfte ei »schneiden, und ausdiesem Herzen den S a m e n der Tugend reißen wol-len, nicht in dem erhabenen Wettrennen in derLaufbahn der Pflicht aufgehalten werden, sondern amEnde derselben den Ub erwindung s kranz um unsere