236
») durch die individuellen Charaktere und Talente derSchriftsteller;
k) durch die Beschaffenheit des zu behandelnden Ge-genstandes ;
c) durch den besondern Zweck, dessen Erreichung ein Werkdurch stylistische Darstellung befördern will.
In der erster» Hinsicht eignet sich der Schriftsteller selbstdurch seine natürlichen Anlagen und durch die Grade der erhal-tenen Bildung zu einer der drey Schreibarten.
Die Beschaffenheit des Stoffes zeigt, ob der Stylistiker,welcher denselben darzustellen unternimmt, aus Verstand, Ge-müth oder Phantasie vorzüglich zu wirken trachten müsse, folg-lich welche stylistische Form er nach dieser Maßgabe als die ei-genthümlichste und wirksamste zu wählen habe.
Die besondere Absicht, welche ein Werk erreichen will, be-stimmt die Classe der Leser, auf die es berechnet seyn muß, undhiernach die ihrer Fassungskraft entsprechende Form. So ver-tragen Volks- und Erziehungsschristen nur die niedere Schreib-art; der didaktische Skyl die niedere und die mittlere. Derrednerische, der historische und der Briefstyl gestatten die An-wendung aller drey Schreibarten, welche daher manchmahl ineinem und demselben Werke sogar wechseln können. Als elasti-sche Muster in den drey stylistischen Formen, können zur Übungempfohlen werden:
Im nieder» Styl:
Garve, Campe, Geliert, Wieland, Knigge, Meiste, Ra-bener, Spalding, Claudius, Lichtenberg u. s. w.
Im mittler« Styl:
Garve, Wieland, Hufeland, Förster, Herder, Mendels-sohn, Kant, Jacobi, Engel, Leffing, Heydenreich, Pölitz, Plat-ner, Heeren, Eichhorn, die Predigten von Reinhard, Zollikofer,Jerusalem u. s. w.
Im höhern Styl:
Schiller, Joh. Müller, Weltmann, Abbt, Lavater, JeanPaul u. s. s.