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§. r8.
Fehler gegen die drey Schreibarten.
Die niedere Schreibart wird fehlerhaft/ wenn sie indas Niedrige ausartet/ durch Aufnahme ganz gemeinerundunedler oder ekelhafter Ausdrücke. Auch schadet ihr Alles, wasgegen Correctheit und Verständlichkeit verstoßt.
Die mittlere Schreibart wird fehlerhaft, wenn sie zwi-schen der niedern und hoher» schwankt, und sich bald der ei-nen, bald der andern zu sehr nähert und gleichstellt. Die h ö-here Schreibart verfehlt ihr Ziel, wenn sie durch Überladungund Übertreibung in Schwulst ausartet, und unnatürlichwird.
Eine jede von diesen drey Schreibarten kann auch an undfür sich rein und gut gehalten, aber falsch angewendet seyn, wosodann der schneidende Contrast zwischen Stoff und Form dieunangenehmste Empfindung hervorbringt, und die beabsichtigteWirkung ganz verfehlt wird.
§. 19.
Übergänge der drey Schreibarten.
Die verschiedenen Seiten und Parthicn eines und desselbenGegenstandes, so wie auch die verschiedenen und untergeordnetenZwecke in den Thcilen des nähmüchen Werkes, fordern oft Über»gange von einer Schreibart in die andere. Nur müssen diese Über-gänge, die steigenden wie die fallenden, nie gewaltsam und un-vorbereitet, sondern stufenweise geschehen und wohl motivirtseyn. Gut ist der Übergang von der niedern Schreibart in die mitt-lere und von dieser in die höhere, oder, im umgekehrten Verhält-nisse, von der hoher» zur mittler», und von dieser zur niedernherab. Sprünge von der niedern in die höhere, oder von der höhernin die niedere sind unerträglich für das Ohr und für den Geist.Auch versteht sich von selbst, daß Übergänge in kürzeren Auf-sätzen weniger Statt finden dürfen, als in Werken von größe-
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