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denn ihr Zweck ist, allgemein verständlich zu seyn. Ihr höchstesVerdienst ist daher die Correctheit.
Die stylistischs Form der mittler» Schreibart, obschvnnicht geschmückt, fordert dennoch eine sorgfältigere Wahl, mehrReichthum und Fülle edlen Ausdrucks, einen höher» Grad vonSymmetrie und Harmonie des Perioden-Baues. Sie will aufden gebildeteren Verstand wirken, klare Überzeugung Hervor-bringen und zugleich das Gemüth kräftig ansprechen. Sie setztim Leser mehr Fähigkeit voraus, und hält, wie ihre Benennungschon sagt, den Mittelweg zwischen der ausführlichen Nüchtern-heit der niedern Schreibart, und dem blendenden Luxus der hö-her». Sie ist eben deßwegen die schwierigste der. drey stylistischenFormen, und die eigentliche Sprache der ruhig-gehaltvollen,gediegenen Beredsamkeit, die ihre Wirkung nie verfehlt.
Diese zwey Arten des Styls können mit Recht die h e rr-sch enden genannt werden, da ganze Aufsätze, ja selbst größereWerke in einer derselben allein geschrieben werden, welches aberhöchst selten der Fall ist bey der
Höher« Schreibart, welche, an den poetischen Stylgränzend, nur theilweise Statt finden, nur Würze der beydenVorhergehenden seyn darf. Glänzende Schönheit der Form istihr höchster Zweck. Sie erlaubt sich bey dem entzückendstenWohlklang der Periodirung alle Fälle des Bilderschmucks, dennsie will unmittelbar und zunächst auf die Phantasie, und durchihren Zauber, durch ihre Göttersprache auf den Verstand wir-ken. Sie ist daher vom Gebieth des didaktischen Styls ausge-schlossen; denn sie will mehr ergreifen als belehren, mehr er-schüttern als überzeugen. Ist hier aber auch das Übergewichtder Phantasie noch so anerkannt, so muß diese letztere dochimmer durch die intellectuellen Kräfte veredelt erscheinen, unddarf die harmonischen Verhältnisse derselben nicht zerstören.
§-
Gebrauch dieser drey Schreibarten.
Der Gebrauch dieser drey Schreibarten wird bestimmt: