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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Eine Art der Simplicität ist das Naive, der echte Ausdruckunverdorbener Natur- und Jugend-Gefühle. MißverstandeneNaivetät ist Dummheit, Rohheit und Affectation.

6. Sanfter Fluß der Rede. Er zeigt sich in derStellung der Sätze, so wie im Bau und in der Verbindungder Perioden, und gibt dem Leser, so zu sagen, ebene Bahn.

7. Kraft und Fülle. Sie dürfen in keinem stylisti-schen Producte, selbst in dem einfachsten nicht, gänzlich fehlen;nur müssen die Grade derselben stets verhältnißmäßig zurDarstellungs-Gattung seyn. Durch ihren gänzlichen Mangelwird der Vortrag matt und arm. Die Kraft, in ihrem höch-sten Grade, steigt, im höhern Style, manchmal bis zur Kühn-heit, welche im Gebrauch nicht gewöhnlicher Wörter und inungewöhnlichen Verbindungen von Bildern und Begriffen sichäußert.

6. Zweckmäßigkeit. Der Zweck eines stylistischenWerkes kann Überzeugung, Rührung oder Unterhaltung sey».Im ersten Fall sucht der Schriftsteller vorzüglich auf deA Ver-stand zu wirken, im zweyten auf das Gemülh, im dritten aufPhantasie und Witz, und bildet hiernach auch den Styl.

9. Originalität. Sie erfreut den Leser schon deß-halb, weil sie stets die eigen thümlichste DarstellungSart ist,sowohl in Hinsicht des Darstellers selbst, als auch des darzustel-lenden Gegenstandes. Sie gewährt aber noch überdies; den somächtig wirkenden Reiz der Neuheit, welcher bey allem, wasNachahmung heißt, wegfällt.

§. 16.

Charakter und Grundsätze der nieder«, Mitt-lern und höhern Schreibart.

Die stylistische Form der nieder« Schreibart ist höchsteinfach, deutlich, ausführlich und faßlich. Sie entbehrt allenSchmuck und die höhern Grade von Symmetrie und Harmonie;