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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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1. Anmuth oder Grazie des Styls. Sie bewirkt dasWohlgefühl des unmittelbaren Gefallens, und schließt jedeWahrnehmung irgend einer Rücksicht auf Zweckmäßigkeit, jedesdeutlich werdende Hervorbringen nach Regeln aus. Sie steht inunmittelbarer Verbindung mit der Leichtigkeit, deren Ge-gentheil das Steife und Schwerfällige ist.

2. Mannigfaltigkeit. Das Einerley der gebrauch-ten Wörter und Bilder ist ermüdend und widrig. Mannigfaltig-keit hebt die Einheit, welche das Vorstellungsvermögen for-dert, keineswegs auf, und widerspricht ihr auch nicht, weil siedie Einheit, welche im Einzelnen durch sie verschwindet, durchh a r m o n i s ch e V e rb i nd un g der Theile im Total-Ei n-druck noch schöner wieder herstellt. Sie kann also, selbstwenn sie sich der Contraste bedient, die Einheit in Charak-ter und Ton der Darstellung nur dann wirklich verletzen, wennsie es an harmonischer Verbindung und an kluger Vcrtheilungvon Licht und Schatten fehlen läßt; ein Gebrechen, welchesbey Überladung des Styls gewöhnlich Statt findet, undbuntscheckige Ungleichheit hervorbringt.

3. D e cenz, A n stä ndig ke i t. Man könnte sie diesittliche Grazie des Styls nennen. Sie bedient sich nurschicklicher und zarter Ausdrücke und vermeidet sorgfältig jedesWort, welches das feine Ohr oder das moralische Zartgefühlnur im geringsten beleidigen könnte. Manche der sogenanntenKraftwörter verstoßen gegen diese schöne Eigenschaft des Styls,die ihn ich möchte sagen, liebenswürdig macht.

/».Lebhaftigkeit, als Gegentheil von allen mattenAusdrücken und von jeder Weitschweifigkeit der Darstellung,welche im Leser nothwendig Ungeduld und die Unlust des Ge-fühls der langen Weile erregen muß; wogegen der lebhafteStyl das Interesse in stäter Spannung erhält.

5. Edle Simplicität. So wie der einfache herzli-che Gesang am meisten rührt und ergreift, so wirkt auch dieeinfache, von jedem gesuchten Schmuck entfernte Darstellungauf das Gemüth des Lesers unmittelbar und am stärksten,