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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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senschaftliche Gebieth, wo er Überzeugung und Belehrung ver-mehren kann. Phantasie-Witz gehört der höhern Kunst an;Witz der Form ist an seiner rechten Stelle, wo es sich bloß umSpiel und Unterhaltung handelt; er artet leicht in das Ge-haltlose aus.

Hiernach wähle jede Schreibart den ihr anständigenWitz.

Der Scharfsinn ist eine absondernde Kraft zwischenvergleichbaren Dingen, und kann selbst bey abstracten BegriffenStatt finden, denn er gründet sich auf das Urtheilsvermögen.Er gehört daher dem wissenschaftlichen Vortrag, wo er in sei-ner ganzen Stärke wirkt. Auch das historisch-politische Räsonne-ment bedarf seiner. Von sentimentaler Darstellung und vomGebieth der Empfindung ist er ausgeschlossen; wie auch vomSpiel der Phantasie. Den erster» raubt er die Wärme, der letz-tem das blühende Colorit.

§. 12 .

Gefühls vermögen-

So wie das Erkenntnißvermögen die Vorstellungen, wel-che irgend ein äußerer Gegenstand (Object) in uns hervorbringt,auf den Gegenstand selbst bezieht, so bezieht das Gefühlsver-mögen sie auf uns selbst (auf das Subject), und erweckt da-durch angenehme oder unangenehme, oder auch gemischte Ge-fühle.

Der Schriftsteller muß das Gefühlsvermögen, je nachdemder Zweck des behandelten Stoffes es erfordert, in sich und indem Leser zu erregen oder zu dämpfen missen, und darf daherder Macht desselben nie blindlings sich hingeben. Das Ge-fühlsvermögen schweige im didaktischen und im Geschäfts-Style;da herrsche der Verstand. In der Erzählung, im rednerischenEpilog, im sentimentalen Briefe, bey moralischen Betrachtun-gen, da walte es in seiner ganzen Stärke, daß Rührung undErschütterung bewirkt werde.