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bestimmt; den Schönheitssinn, wenn sie, in Verbindungmit Vernunft und Phantasie, das Verhältniß der Form durchden Geschmack bestimmt; den moralischen Sinn, wennsie, in Übereinstimmung mit Gefühl und Gewissen, das Ver-hältnis; jener Maximen und Handlungen bestimmt, welche sichauf die Willensfreyheit, im Gegensatz mir der Causalität derNatur, gründen. Sie wird im ersten Fall logische, im zwey-ten ästhetische, im dritten praktisch e Urtheilskraft ge-nannt.
Wie wirksam sie in allen Arten des Styls seyn müsse, er-gibt sich daraus, weil der Schriftsteller durch sie in dem Leserdie Überzeugung von der äußern oder inner» Zweckmäßigkeitdes behandelten Gegenstandes hervorbringt, das höchste Zielund der letzte Zweck aller schriftstellerischen Darstellung. Eswirken indefi nicht in jedem stylistischen Product alle drey Artender Urtheilskraft mit gleicher Macht. Die logische äußert ih-ren vorzüglichen Einfluß auf den didaktischen und den Geschäfts-Styl; die ästhetische und die praktische Key historischenDarstellungen, Erzählungen, Beschreibungen, Gemählden,Schilderungen u. s. w.
§. io.
V e r n u n f t.
Die Philosophie erklärt die Vernunft als das Ver-mögen, die Regeln des Verstandes unter Principien zu brin-gen, folglich besondere Begriffe den allgemeinen unterzuordnen.Sie stellt das höchste Gesetz für alles Wirken auf; alle übrigenGeisteskräfte concentriren sich in ihr, und erhalten von ihr dieletzte Vollkommenheit. Sie äußert sich auf zweyerley Arten:
s) indem sie die Aussprüche des Verstandes und der Ur-theilskraft prüft, und hiernach Schlüffe bildet;
k>) indem sie die, durch Erfahrung, Beobachtung und Nach-denken erworbenen Ideen und Kenntnisse zur höchsten Stufeder Vollendung führt, und so dieIdeale jener Vollkommen-heit aufstellt, deren höchsten Grad wir zwar nicht erreichen