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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
Entstehung
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Asyndeton. Weglassung de,' Bindewörter. Durch dieseFigur, sagt Longin, eilt die Rede, wie ein Strom sich er-gießend, unaufhaltsam fort, und kommt fast dem Redner selbstzuvor. Zu häufiger Gebrauch der Bindewörter macht den Stylüberhaupt matt, schleppend und schlaff; dasAsyndeton thutaber an Stellen, wo Pathos und heftiger Affeet herrschet, dietrefflichste Wirkung; da es der Rede einen raschen kühnen Gangverschafft. Redner und Historiker können sich dieser Figur mitGlück bedienen. Z. B.:

Dis Angegebenen ließ ich rufen, bemachen, zum Senateführen." Cicero.

Sie stießen ihre Schilder an einander, drängten, kämpf-ten, mordeten, fielen." Zlenophon.

Aposiopesis. Man findet sie mit den verschiedenenNahmen: 8usperisio, Ikoticontia, Interruptio, Abbrechung,Abgebrochenheit, bezeichnet. Sie findet in heftiger LeidenschaftStatt, wo der Redende, ohne den Sinn vollendet zu haben,plötzlich abbricht, und einen neuen Gedanken' beginnt. Durchden Gebrauch dieser Figur ist Virgils Vers berühmt geworden,in welchem der erzürnte Neptun den tobenden Winden zuruft:

s)uos SA« seil Mvtos prsestat oowpoiisre lluvtus.

Än. I. iZ5.

Assonanz, verwandt mit der Alliteration. Siebesteht in Übereinstimmung der Vorale in Schlußwor-ten, und kann einsylbig oder zweysylbig seyn. Diese Figur,einheimisch in der spanischen und portugiesischen Sprache, scheintauf deutschem Boden weniger zu gedeihen, weil unsere Voralevon den Consonanten zu sehr übertönt werden. Die zweysylbi-gen sind überdies; dem Gehör auch deßhalb noch weniger ange-nehm, weil sie fast immer nur mit dem halbstummen e gebil-det werden, und jede Eintönigkeit widrig wird. Assonanzen fin-den sich eigentlich nur in der Poesie. Mehrere neuere deutscheDichter haben sich darin versucht, z. B. Fr. Schlegel; wiein der folgenden Stelle: