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Ausruf der Verachtung: O des Elenden!
Ausruf des Erstaunens: Ha, welcher Anblick!
Ausruf der Bitte: O bleibe mir stets so hold als fetzt!
Ausruf einfacher Bejahung: Ja, so ist es!
Ausruf der Verneinung: Ein Böseivicht, wie ich noch kei-nen sah.
Ironischer Ausruf. Z. B.:
,,O edler Lohn für meine Mühe,
Wenn ich wich in der Zeitung sehe,
Vey einem Schelme, oben an!"
So gibt es übrigens noch Ausrufe des Entzückens, derWuth, der Verschmähung, der Billigung oder Mißbilligung,des Zorns, der Betheurung u. s. w.
Da Ausrufe nur heftigen Gemüthsstimmungen angemes-sen sind, diese aber nicht der gewöhnliche Zustand des Menschenseyn können, so sey man im Gebrauche dieser Figur höchst be-hutsam, und sehe sie nicht zu häufig. Durch ihren Mißbrauchwird der Vortrag frostig, also gerade das Gegentheil von dem,was man zu bewirken trachtet. Damit eine Exclamation unsergreife, muß man vorher etwas gesagt haben, das uns in ei-nen exaltirteren Zustand versetzt. „Oft," sagt Blair, „ist das so-genannte Ausrufungszeichen auch das einzige Merkmahl, auswelchem sich abnehmen laßt, ob gewisse Schriftsteller, welchedamit so verschwenderisch sind, diesen oder jenen Gedanken alseine Ausrufung angesehen haben wollen." Eine vorzüglicheWirkung thut diese Figur am Schluß, wenn erhebende und er-greifende Vorstellungen der Sache vorausgegangen sind, undnun auf die bewegte Seele des Lesers mit vereinter Kraft dieletzten Schlage geschehen.
§. 16.
Eingeständnis;, (loncossio. Oonfessio.
Wenn der Redner bemerkt, daß dem Zuhörer gegen dasGesagte noch ein Zweifel übrig bleiben könnte, so führt er die-sen Zweifel selbst a», gesteht seine Richtigkeit oder Wichtig-