lange noch soll dein wüthender Rottengeist uns sogar Hohnsprechen? bis zu welchem Ziele wird deine ungebändigte Toll-kühnheit sich zu blähen fortfahren? rc.
3. Um Haß, Unwillen und bittern Schmerz auszudri'ickeii.So fragt Seneca's Medea den Jason: Wohin willst du michsenden? Soll ich zum Phasis und nachKolchis zurückkehren? inmein väterliches Reich? in die Gefilde, welche meines BrudersBlut überströmte ? In welches Land befiehlst dü mir zu gehen?
4 . Um Mitleid zu erwecken. So sagt Sinon in derAneide:
Welch ein Gefild', ach! rief er, gewährt mir, welch ein Ge-wässer
Zuflucht? oder was bleibt mir Elenden endlich noch übrig ?
5. Um Erstaunen zu erregen. Z. B.: Ist es möglich?würdet ihr es wohl glauben? —Oder Virgils: Glüht so hef-tig in himmlischen Seelen der Unmurh? — Mächtig erschüt-tert uns Properz durch die Frage im Eingang einer Elegie:
LrZo sollicitae tu causs, pecunis, vitse es?
kerte immsturum mortis säimus iter?
Oft liegt in der Frage eine Art des heftigsten Befehls.So sagt Dido, als sie die heimliche Abreise des Äneas er-fährt :
Gehen soll er? ha! spotten soll unseres Reiches der Fremd-ling ?
Faßt denn nicht Waffen das Volk, und aus den Thoren der
Stadt noch?
Stürmen nicht Andere die Schiffe vom Strand?
An. 4. Ges.
7 . Manchmahl gebraucht man die Frage, um einem mög-lichen Einwurfe zu begegnen und einer neuen Frage vorzubeu-gen. In diesem Falle laßt man auf die Frage gewöhnlich dieAntwort folgen. Z. B.:
Man könnte fragen: warum unser irdisches Leben von sovielen Dunkelheiten Umgeben sey? — O sie sollen uns aus das