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fern, das eine ganz hübsche Figur im Buchladen machen, undsich da von Jahren zu Jahren sauber und rein erhalten soll,mit einer leserlichen Aufschrift seines Titels geschmückt, ohnevon den Daumen der Leser abgerieben und befleckt, noch in ei-ner alten Bibliothek in Ketten der Finsterniß geworfen zu wer-den." —
§. »st-
Frage.
Die Frage, als rednerische Figur genommen, ist diejenigelebhafte Wendung des Ausdrucks, vermög welcher man, im Zu-stande heftiger Eemüthsbewegung, dasjenige, was man mitWärme behaupten oder verneinen will, in gehäufte Fragen ein-kleidet, wodurch man das stärkste Vertrauen auf die Wahrheitseiner Meinung und auf die Überzeugung von der Unmöglichkeitdes Gegentheils zu erkennen gibt.
Es sind hier zwey Fälle zu bemerken:
1. Fragen, die bejahen sollen, werden negativ ausgedrückt.Z. B.: Ist es nicht eine weise Einrichtung des Schöpfers?Liegt es nicht in der menschlichen Natur? statt: Es ist eineweise Einrichtung des Schöpfers; es liegt in der menschlichenNatur.
2 . Fragen, die zur Verneinung dienen sollen, werden af-firmativ gesetzt. Z. B.: Wer ist so gefühllos, daß er sich hierder Thronen enthalten könnte? statt: Niemand ist so ge-fühllos , daß er nicht hier Thronen vergießen müßte.
Die Frage ist eine Figur der Leidenschaft, und gibt derRede einen hohen Grad von Kraft und Nachdruck. Longin ziehtsie sogar in dieser Hinsicht allen übrigen Figuren vor. Man kannaber Key Anwendung der Frage verschiedene untergeordnete Zweckehaben:
1. Erregung der Aufmerksamkeit. Z. B.: Vollkommen-heit wäre die Bestimmung des Menschen? O gewiß, sie ist es.
2 . Um jemanden in die Enge zu treibey. Z. B.: Wielange noch, Catilina, willst du unsere Geduld mißbrauchen ? wie