Druckschrift 
1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
Entstehung
Seite
167
Einzelbild herunterladen
 

167

6) Eine Eigenschaft für das Subject, an dem sie sich be-findet. Z. B. Die Unschuld erhält ihren Lohn; statt: derUnschuldige. Oder: Der Friede wohnt in jenen Hütten; statt:friedliche Menschen. Jugend und Schönheit für jungeund schöne Menschen.

e) Das Werkzeug für die Person oder Sache. Z. B.: DieZunge stürzte ihn ins Verderben.

s) Den Besitzer für das Eigenthum. So sagt z. B. derjüngere Plinius: <)uir1 agit Eomuin tuum? Wie geht's dei-nem Lomum? statt: wie geht's dir auf deiner Villa?

g) Die Zeit statt der historischen Begebenheiten selbst. Z. B.:das Jahrhundert der Aufklärung, statt jene oder unsere Auf-klärung.

ft) Den Erfinder statt der Erfindung, den Hervorbringerstatt des Hervorgebrachten. Z. B.. Einen Herschel, statt einFernrohr von Herschel; oder: er las Göthe'n, statt: Göthe'sGedichte.

Gründet sich diese Figur auf das Verhältnis; des Vorher-gehenden zum Nachfolgenden oder umgekehrt, so bekommt siefür diesen einzelnen Fall einen besonder« Fall, und heißt M e-talepsis; z. B. Fuit, er ist gewesen, er hat gelebt, statt:er ist gestorben ; oder: Vom Donner getroffen stürzte § erzur Erde; statt: vom Blitze.

tz. 6.

Synekdoche.

So wie die Metonymie sich überhaupt mit dem Ver-hältnis; des Zusammenhangs beschäftiget, so bezeichnet dieSynekdoche im Allgemeinen das Verhältnis; des größer» odergeringer» Um fa ngs. Dies; kann in folgenden einzelnen Fäl-len geschehen; man setzt nähmlich:

a) das Ganze statt eines Theiles, oder einen Theil stattdes Ganzen; z. B. Eine Flotte von 20 Segeln, stattSchiffen. Oder: Mangel an Brot, statt Lebensmit-teln;