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der erhaben oder leidenschaftlich ist, kann auch ohne Schmuckdes Ausdrucks seinen Endzweck erreichen. Wir finden daher inprosaischen und poetischen Meisterwerken eine Menge ergreifen-der und allgemein bewunderter Stellen, welche in einer ganzeinfachen und kunstlosen Sprache geschrieben sind. Figuren undfigürliche Ausdrücke sind also nur dann paffende Verschönerungs-mittel des Ausdrucks, wenn sie sich aus echte Empfindung undWahrheit des Gedankens gründen, am schicklichsten Orte stehen,und, ohne gesucht zu seyn, gleichsam von selbst durch den Ge-genstand herbsygeführt zu s.yn scheinen.
Es versteht sich aber von selbst, daß die Schicklichkeit undder mehrere oder mindere Gebrauch der Figuren im Allgemei-nen vorzüglich durch die Verschiedenheit der prosaischen Darstel-lungssormen bestimmt und modifieirr werden, deren jede sich zueiner Claffe derselben mehr hinneigt, als zur andern. So schließtz.B. der Geschäftsstyl alle Figuren aus, die zunächst die Phan-tasie und den Witz beschäftigen und gestaltet nur einen sehrmäßigen Gebrauch derjenigen, welche aus das Gedächtniß wir-ken und die Aufmerksamkeit erwecken, um Überzeugung her-vvrzubringen.
Im Briefstyl hangt der Gebrauch der Figuren von derVerschiedenheit der behandelten Gegenstände ab. Geschäfts-und Wohlstandsbriefe dulden, gleich dem Geschäftsstyl, nursparsamen Gebrauch der Figuren für Gedächtnis! und Aufmerk-samkeit. Diesem nähert sich der belehrende Brief. Herrschen ineinem Briefe vorzüglich Empfindung und Phantasie, oder Witzund Laune, so dürfen auch nur die denselben entsprechenden Fi-guren Statt finden; doch hüte man sich stets vor Überladung.
In dem erzählenden und historischen Scyl richtet sich derGebrauch der Figuren nach der Verschiedenheit des zu behan-delnden Stoffes. Die erdichtete Geschichte wird sich mit der mei-sten Freyheit aller Arten der Figuren bedienen, vorzüglich der-jenigen für Phantasie und Empfindung, für Witz und Laune.Ganz ausgeschlossen sind die Figuren aus dem Gebiethe der ta-bellarischen und summarischen Darstellung.
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