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herrscht. Ist er aber der treue Abdruck der geselligen Lebens-verhälcnisse und des vertraulichen Umganges, dann fordert er denIcichlen und gefälligen Perioden-Bau, im angenehmen Wechselmit freyen Sätzen.
Der Perioden-Bau des historischen Styls ist so verschieden,als die Acten der Geschichtserzählung selbst. Er wird trockenerseyn in der compendiarischen und tabellarischen Form; in derpragmatischen Geschichte aber erscheint er in der ganzen Fülleseiner klangreichen Schönheit. Aber auch bey dieser letzrern fin-det er seine vorzüglichste Stelle in Betrachtungen, Beschrei-bungen, Gemahlden und Charakterschilderungen. Dieses giltauch von der erzählenden Form überhaupt, zu welcher die Ge-schichte gehört. Die hier gegebene Vorschrift gilt also auch fürden naturhistorischen Styl) für die Reisebeschreibung, für denRoman und die Erzählung, für Biographien und Memoires,je nachdem sie mehr oder weniger tabellarisch und gedrängt,oder pragmatisch und breit dahinströmend sind. So wird z. B.der Roman, welcher mehr auf Handlung, als auf Gemählde,Schilderungen und Betrachtungen ausgeht, weniger Kunst desPerioden-Baues entwickeln.
Bey rein wissenschaftlichen Wecken kommt es zwar eigent-lich allein auf den Gedankenstoff an; dessen ungeachtet aberdarf der didaktische Styl den Perioden-Bau und seinen Gebrauchnicht außer Acht lassen. Der dogmatische Vortrag gewinnt da-durch für seine beabsichtete Überzeugung, da der'Periode Ein-heit, Deutlichkeit und Überblick bewirkt. Und will der dogma-tische Schriftsteller seinem Vortrage um so mehr Eingang ver-schaffen, so wird er um so sorgfältiger auf die ästhetische Voll-kommenheit der Darstellungen bedacht seyn müssen. Dieß giltin noch höherem Grade von dem Moralisten. Auf jeden Fall isthier der feyerliche und volle Periode an seiner rechten Stelle.Was den oratorischen Styl betrifft, so versteht sich von selbst,daß der Redner mit der höchsten Vollkommenheit auch diegrößte Mannigfaltigkeit der Perioden verbinden muß.