scheu Sylbenfall und den bedeutendsten Klang der Worte sichselber und dem Leser vernehmbar zu machen sucht.
„Wenn das liebe Thal um mich dampft, und die hohe„Sonne an der Oberfläche der undurchdringlichen Finsterniß„meines Waldes ruht, uyd nur einzelne Strahlen sich in das„innere Heiligthum stehlen, und ich dann im hohen Grase am„fallenden Bache liege, und nahe an der Erde tausend Gräs-„chen mir merkwürdig werden; wenn ich das Wimmeln der„kleinen Welt zwischen Halmen, die unzähligen Gestalten der„Würmchen, der Mückchen, näher an meinem Herzen fühle, und„fühle die Gegenwart desAllmachtigen, der uns nach seinem Bilde„schuf, das Wehen des Allliebenden, der uns, in ewiger Wonne„schwebend, trägt und erhält; mein Freund! wenn's dann um„meine Augen dämmert, und die Welt um mich her, und der„Himmel ganz in meiner Seele ruht, wie die Gestalt einer„Geliebten: dann sehn' ich mich oft und denke: ach, konntest„du dem Papier das einhauchen, was so voll, so warm in mei-„ner Seele lebt, daß es würde der Spiegel deiner Seele, so„wie deine Seeleder Spiegel ist des lebendigen Gottes." —
Was nun diesem, so wie andern Nakurgemählden diesesDichters einen so hohen Reiz gibt, scheint vorzüglich die Kunstoder Wahl zu seyn, womit die einzelnen Züge gestellt und ge-ordnet sind, daß sie sich wie von selber zu einem vollendetenGanzen bilden.
Zuerst wird mit wenigen Zügen einUmriß um das Bildentworfen, dann senkt sich die Darstellung von ihrer Höheimmer tiefer bis zu dem kleinsten Gesichtskreise des Auges, zudem Grashalm am Boden nieder; je tiefer sich die Darstellungniedersenkt, je mehr das Bild sich im Kleine n ausmahlt,desto inniger und lebhafter wird die Empfindung, die danngleichsam aus ihrem Mittelpuncte sich wieder erhebt,und die Darstellung wieder steigen läßt, so wie sie vorher sichniedersenkte, bis zuletzt ein großer Umriß sich wieder umdas Ganze zieht, und eine das Ganze fassende Empfindung zu-letzt das Bild vollendet.