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den könne, dieß zeigt Moriz am deutlichsten durch die folgendepsychologisch-philologische Zergliederung eines herrlichen Natur-gemähldes aus Göthe'sWerther; ich rucke hier den größten Theildesselben ein, weil es als die beste praktische Schule aller bis-herigen Theorie gelten kann.
§. 42.
Über ein Gemählde von Göthe *).
Der Begriff von der Macht des Ausdrucks ist wohlnirgends erhabener ausgesprochen, und dieser Ausspruch zu glei-cher Zeit durch die herrlichste Probe erwiesen worden, als in demfolgenden poetischen Gemählde von Göthe, das in der beschrei-bendenGattungimmer ein unerreichbares.Muster bleiben wird**).
Die Vorbereitung zu diesem Gemählde macht das unver-haltene, geradezu bezeichnete Selbstgefühl des Mahlers:
»Ich könnte jetzt nicht zeichnen, nicht einen Strich, undich bin nie ein größerer Mahler gewesen, als . in diesen Augen-blicken."
Hier ist die höchste Naivität und Einfalt des Ausdrucks,der aus einmahl alles sagt, was in der Seele des Dichtersschlummerte, welcher, ehe er noch sein Gemählde zu entwerfenanhebt, es schon in seiner ganzen Kraft und Fülle in seinemBusen fühlt, und dieß Gefühl zuerst ausspricht, dem er nun denBeweis unmittelbar hinzufügt, indem er sich den wunderbarenEindruck, welchen die umgebende Natur auf ihn macht, zu ent?wickeln, und seine innigsten Empfindungen durch den harmoni?
*) Dieser treffliche Aufsatz erschien zuerst in der deutschen Monath-schrift vom Jahr 1792.
**) Wenn gleich dieses Gemählde aus einem poetischen Gemüthehervorging, so gehört es doch durch seine äußere Form in dasGebieth der Prose, deren Darstellungsart wir in diesem WerkeVorträgen.