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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Der Jüngling stand und flocht de» Kranz,Und ließ ihn weinend sinken!

Das Mädchen stand, vermocht'es über sichMit trock'nem Blick den Jüngling anzusehen.Da sang die Nachtigall ihr höheres,

Ihr seelenerschütterndes Lied.

Da flog das Mädchen zu dem Jüngling hin!Der Jüngling zu dem Mädchen hin!

Da weinten sie der Liebe Wonne!

Zum Schluffe der Lehre vom Wohlklang bemerke ich noch,daß von der zweyten Art desselben nur der Dichter den vollenGebrauch machen soll. Der Redner darf sich desselben als Ver-schönerungsmittel nur dann bedienen, wenn es ohne auffallendeAffectation geschehen kann, und die Kunst dabey nicht zu sehrhervorleuchtet.

§. 4 ».

Die Macht des Ausdrucks.

So viel von Eigenschaften der Wörter und Sätze, derSprache und ihres Ausdrucks überhaupt. Alle diese Eigenschaf-ten dürfen schon in der gemeinen Rede nicht fehlen; in derkunstmäßigen aber müssen sie in einem höher»Grade vorhan-den seyn, welches die ästhetische Kraft ausmacht, welcheuns stets mächtig ergreift, wie alles Vollkommene überhaupt.Die Macht der Beredsamkeit wird durch den Ausdruck so groß,daß, wie Hugo Blair bemerkt, selbst in dem Fall, da wir einenGegenstand mit eigenen Augen gesehen und die deutlichste Vor-stellung davon haben, uns dennoch eine richtige und schöne Schil-derung desselben, sie sey poetisch oder rednerisch, sehr angenehmist.Ohne Vollkommenheit des Ausdrucks," sagt dieser Kunst-richter,wird keine Rede, sie sey noch so gut erfunden und an-geordnet, noch so voll schöner Gedanken, die gehörige Wirkungthun." Wie stark diese aber durch Ausdruck und Darstellung wer-