Hör', ich beb' es zu singen,
Aber hör', und sing es mir nach!
Also sang Orphea'):
Flöten mußt du, bald mit einem stärkeren Laute,
Bald mit leiserem, bis sich verlieren ^ie Töne;
Schmettern dann, daß es die Wipfel des Waldes durchrauscht!Flöten, flöten, bis sich bey den NosenknospenVerlieren die Töne.
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„Ach, ich sing' es nicht nach, wie kann ich **)!
Zürne nicht, Mutter, ich sing' e,S nicht nach.
Aber sang sie nichts mehr,
Die Königin» der Nachtigallen?
Nichts von dem, was die Wange bleich macht,
Glühen die Wang', und rinnen und strömen die Thräne macht?"
Noch mehr! noch mehr**")!
Ach daß du dieses mich fragtest»
Wie freut mich das, Aidi!
Sie sang, sie sang auch Herzensgesang!
Nun will ich das jüngste Däumchen dir suchen.
Den Sproß dir biegen helfen.
Daß du dich näher sehen könntest im Silberbach ****).
Auch dieses ließ erschallenDie Liederköniginn Orphea s):
*) Hier folgen die Lehren der K u n st in Ausdruck und Darstel-lung. Man bemerke das musikalische cresceiiilo und cierrkScen-cla: flöten, schmettern, dann wieder flöten. Welche hinreißen-de Mannigfaltigkeit an Reichthum der Melodie und Harmonie!**) Die Lchrlinginn verzweifelt an der Möglichkeit, Vollkommen-heit der Kunstform zu erreichen. Ske liebt mehr den Gesang,welcher fessellvs dem empfindungkvollen Herzen entströmt.
***) Die Mutter spricht daS Lob des Herzensgesanges, in dem siedie Weihe der Natur zur Kunst erkennet und preiset.
*"**) Daß dein Gemüth, dein inneres Wesen und deine eigenthüm-lichste Gestalt dir klarer werde.
f) Das episch lyrische Gemählde der letzten Strophe zeigt die ganzeMacht des Herzensgesangs über den Menschen in einer em-pfindungsvollen Situation, wenn Kunst und Natur in demSänger Eins geworden sind.