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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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eh, ih, und doch überlaßt sie der lebenden Aussprache nochimmer zu viel."

Wir haben mehr Hauche in unserer Sprache, und dieAspiration gehört so sehr zum Lieblichen der Rede, als derSeufzer zu den zärtlichen Worten des Liebhabers; sie ist, wieein West, der einen Tag kühlet, hier den Blumen schmei-chelt, dort düftende Blüthen verweht, dort angenehmdurch die Saaten r a u sch t, und hier den Liebling zum Kußanglühet: lauter Wörter, die sich selbst sanft forthau-chen. Und so gehet in unserer Sprache die lieblichen,zärtlichen, angenehmen Wörter durch: sie empfehlensich alle durch ein sanftes H oder CH, das uns die rauhern Völ-ker so übel nachsprechen können, die das H, wie z. B. dieRussen, in ein scharfes G, das weiche CH, in ein rauhes Cchausstoßen müssen."

Das H ist überhaupt die Gränze zwischen Laut undMitlauter; es gibt, nach Gellius Bemerkung, dem WorteHaltung, und dem Schalle Munterkeit: es nimmt dem Vo-cal etwas vom Laute, und gibt dem Mitläufer etwas dazu:es verhindert die gar zu große Öffnung des Mundes Key denVocalen, und die Zerrung bey den Consonanten."

Die Römer, die ihre Sprache so griechisch als möglichmachen wollten, nahmen daher auch aus ihr die Hauche auf,um ihre alte Mundart zu mildern. Quintilian fuhrt an, seineAlten haben aostus, ircus (statt kiaostus, Iftrcus) gespro-chen: aus dem Griechischen aber habe man das H dazu ge-nommen *)."

*) Die Alten, sagt Herder in einer Anmerkung, hatten sich soin das H verliebt, daß sie es gerne sprachen, selbst wo sie esnicht schreiben durften, und auch nicht schrieben. Uns Neuernist so wenig an diesem musikalischen Buchstaben gelegen, daßwir ihn im Schreiben so gern wegwerfen, da wo wir ihndoch nothwendig, und insonderheit bey einsylbigen Wörternsehr unterscheidend sprechen müssen. Die Ortographie desDe»so und vieler Andern ist mir also unausstehlich, die b e-