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„Unsere Sprache habe wegen der überhäuften Consonan-ten etwas Barbarisches an sich — so reden unsere weichenNachbarn, und dünken sich mit ihrer schlüpfenden Mundartgroß, die wegen der öfcern Elisionen, wegen der vielen un-nützen Wörter, die halb verschluckt werden, wegen der überall glei-tenden Fortschiebung der Töne — keinen gewissen Tritt hat.Laß es seyn, daß man es unserer Mundart anhöre, sie sey un-ter einem nordischen Himmel gebildet; laß es seyn, daß unsereherrliche» Sprachwerkzeuge aus ihre langsame Art Sylben her-vorarbeiten, die andern Völkern nicht so geläufig sind: ist dießuns zum Nachrheile? Eben dieß gibt unserer Sprache einenabgemessenen sicheren Ton, einen vollen Klang , den vernehm-lichen festen Schritt, der nie über und über stürzt, sondernmit Anstand schreitet, wie ein Deutscher. Ein hor-chendes Ohr wird uns auch in der Sprache an dem Rauschenunserer Füße, und an dem unübereilten Tact unserer Tritteerkennen und hören: wer wir sind."
„Nun sind wir freylich keine Griechen, deren Sprache,Sang und Klang, wie ein Saikenspiel in dem reinen Äther, deshohen Olymps rönt; gegen sie mag die unsere, wie eine Flöteunter einem dickern und niederern Himmel, dumpfer tönen. Nurwollen wir auch keine Griechen seyn, und die um uns wohnen,sind, gegen jene gestellt, dem Lande ihrer Antipoden näher,als wir. Dünkt mich recht, so stehen wir gegen unsere Nach-barn in einer glücklichen abgewogenen Mitte, so daß wir nicht,wie die sarmatischen Völker, die Worte herausröcheln; nochwie die See-Nationen im heiser» Tone dämmern; noch wie un-sere sybaricischen Nachbarn die Worte mehr hervorglitschen ; nochwie die Britten, mit verschlucktem Tone und oft ohne Lippenreden. Unsere Sprache ist stark und zurückprallend; nicht aberrauh und unaussprechlich; tapfer, wie das Volk, das sie spricht,und nur Weichlingen furchtbar und schrecklich: nicht unwirth-bar gegen Fremde; aber Landstreichern oder zu entlegenen Na-tionen unfreundlich anzuschauen." —
„Damit sich unsere Laute nicht unter hie gehäuften Con-