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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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klang / aber sie muß sich hierin von jenem der Poesie auffallendunterscheide» *). Darum bemerkte schon Aristoteles/ die Prosamüsse ihre Bewegungen nach leicht zu fastenden Rhythmen ab-meffen und sich alles poetischen Sylbenfalles enthalten. Diemeisten Lehrer / sagt er/ verweisen die Verse aus der Prosagänzlich; und dieses Verbots, stützt sich auf einen Grundsatz/welcher nie aus den Augen gesetzt werden darf: daß nähmlichdie Kunst sich verborgen halten muß / und daß ein Schriftstel-ler, der rühren oder überreden muß, dieses nicht ungeschickterWeise soll merken lasten.

Aus dem bisher Gesagten ergibt sich, daß Wörter, wel-che aus fließenden Lauten bestehen, die gute Stellung dersel-ben, dann aber Ebenmaß und richtiges Verhältniß der Sätze,mir Mannigfaltigkeit und schönem Schlußfall verbunden, denWohlklang der Rede bilden.

Es haben aber mehrere ausländische, ja selbst einheimischeSchriftsteller unserer deutschen Sprache die Fähigkeit desWohlklanges ganz absprechen wollen. Man hat insbesondere dieRauhigkeit der deutschen Cosonanten und Aspiranten bittergeradelt **). Man lese aber, wie einer unserer größten Schrift-steller unsere Muttersprache hierüber nicht nur vertheidiget,sondern in jener als Fehler gerügte Eigenheiten sogar wesent-liche Vorzüge entdeckt. Es ist Herder, als Philosoph, Hi-storiker , Dichter und Kunstrichter gleich groß. Er zeigt in derfolgenden Stelle nicht nur das Vortheilhafte unserer Conso-nanten und Aspirationen, sondern ergießt sich auch zugleich ingegründete Lobsprüche über die Fülle von Stufenklängen unsererVocalen und Diphthongen. Ich gebe das Wesentliche dieserStelle in einem Auszuge ***) :

*) Der oratorlsche Numerus wird luder Lehrevom Perjoden-Bauumständlicher behandelt.

**) Es läßt sich nicht läugnen, daß die altdeutsche Sprache durchVermeidung der Aspirationen manchmahl weicher wird als dieheutige; z. D. il> clist, ich liebte dich.

S. Herders sämmtl. W. z. sch. L. u. K. i. Thl.