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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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standen, sondern auch ohne Mühe begriffen werden, und daßder Sinn der Rede nicht nur sich finden lasse, sondern auch soausgedrückt sey, daß man ihn gar nicht verfehlen kann. „Manvergesse nie," sagt Quintilian *), „daß der Zuhörer nie so scharfnachdenke, um die Dunkelheit bey sich selbst zu zerstreuen undden finstern Vortrag mit dem Licht seines Verstandes zu verfol-gen, sondern daß er oft durch vielerley Nebengedanken abgezo-gen werde, und nicht vollkommen aufmerke, wofern nicht alles,was wir sagen, so faßlich ist, daß die Rede sich seiner Seeleso bemächtiget, wie das Licht der Sonne die Augen erhellt, ohnedaß man nöthig hat, sie scharf anzustrengen. Man sey dahernicht so wohl besorgt, daß er uns verstehe, sondern vielmehr,daß er verstehen müsse."

§- 29.

Regeln für die Deutlichkeit **).

1. Man wähle nur Wörter von bestimmter und üblicherBedeutung.

2. Man sey vorzüglich behutsam mit den metaphorischenAusdrücken. (Von den Eigenschaften einer guten Metapherwird späterhin gehandelt werden.)

3 . Man vermeide die veralteten Wörter und Formen, undhüte sich

4. auch vor dem zu häufigen Gebrauche technischer Aus-drücke, sonst wird man entweder unverständlich, oder der Leserbedarf zu jeder Zeile eines Kommentars.

5 . Man versetze die Wörter nicht zu sehr, z. B. nicht nachArt der lateinischen Syntax.

6. Kein Periode sey zu lang, damit die Aufmerksamkeitnicht vor dem Schluffe desselben ermüde.

7. Man vermeide, so viel es möglich ist, alle Zwischensätze,

*> tz>niut. orr>t. ilistit. I. 8. esp. 2.

**) Ich folge hier größten Theils den von Aristoteles und Quinti-

lian aufgestellten Grundsätzen.