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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
Entstehung
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drücke ihres Landes und ihres Volkes, für Übersetzer aber stetseine große, manchmahl kaum besiegbare Schwierigkeit.

Eben so schön als treffend' erklärt sich Herder *) über dieIdiotismen der deutschen Sprache. Ich führe seine eigenenWorte an:

Unsere Sprache ist reich an Idiotismen, und Idiotismensind parronymische Schönheiten, und gleichen jenen heiligenOhlbaumen, die rings um die Akademie bey Achen ihrer Schutz-göttinn Minerva geweiht waren. Ihre Frucht durfte nicht ausAttika gehe», und war bloß der Lohn der Sieger am panathe-naischen Feste. Ja, da die Lacedamonier einst alles verwüsteten,so ließ die Göttin» es nicht zu, daß die fremden Barbarenihre Hände an diesen heiligen Hain legten. Eben so sind dieIdiotismen Schönheiten, die uns kein Nachbar durch eineÜbersetzung entwenden kann, und die der Schutzgöttinn derSprache heilig sind: Schönheiten, in das Genie der Spracheverwebt, die man zerstört, wenn man sie austrennet."

Idiotische Schriftsteller also, die selbst den Ei-gensinn ihrer Sprache nutzen, ans dem Überflüssigen und Un-regelmäßigen derselben Vortheile ziehen, aus ihren Fundgru-ben Schätze heraufhohlen, und so schreiben, als sich nur indieser Sprache schreiben läßt, sind ein Schatz derNation: sie sind National-Schriftsteller im hohen Verstände.Die Tugenden und Schönheiten ihres Ausdrucks wurden kei-nem fremden Lande entführt, sondern aus ihrer Sprache gebo-ren. Eben so schwer lassen sie sich entführen: sie sind wieGewächse, die unter einem fremden Himmel sterben, und alsoVorzüge ihres Vaterlandes. Überdem können sie sich der Denk-art ihrer Nation so genau anschmiegen, daß dieselbe in jedemWort, das ihrer Zunge entwandt ist, in jedem Zuge, darin siesich unvermuthet wieder findet, die Freude des Wiedererken-nens fühlet, wie, wenn man unvermuthet einen Landsmann,einen Verwandten, einen Gespielen unserer Jugend in einem

') S. dessen sämmtliche Wecke z. sch. Lit. und Kunst, l- Thl.H.g.