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§. >6.
Richtigkeit der Sprache.
Die Richtigkeit der Sprache besteht in der Beobachtungder allgemein angenommenen Sprachregeln, so weit der S p r a ch-geb rauch, die Sprachähnlichkeit (Analogie) undder G e ist d er S p r a ch e sie bestimmt haben, und betrifftnicht nur die einzelnen Wörter, sondern auch die Redesatze undihre Wendungen.
§- » 7 -
Sprachgebrauch.
Den Sprachgebrauch erklärt Professor Pölitz sehr rich-tig als die stillschweigende Übereinkunft der vorzüglichsten Schrift-steller einer Nation in Rücksicht aut die Art, wie sie aus ein-zelnen Wörtern ganze zusammenhängende Perioden bilden, undwie sie die einzelnen Rederheile auf einander folgen lassen undin sich mit einander verbinden *).
Der Sprachgebrauch ist zwar zum Theil in so fern will-kührlich, als er sich sehr oft nicht nach dem an sich notbwen-digen und unabänderlichen Bande zwischen Wörtern und Re-densarten richtet (denn man könnte sich vielmahls eben so gutanderer, als der g e w ö h^n l i ch e n von dem Sprachgebraucheingeführten Verbindungen der Wörter und Begriffe bedienen) ;indeß geht doch diese Willkührlichkeit nicht so weit, daßjeder einzelne Schriftsteller den Gebrauch der Wörter und Ver-bindungen nach Gutdünken, Laune und Eigensinn bestimmenkönnte. Der Sprachgebrauch kann also nur von der Überein-stimmung der vorzüglichsten Schriftsteller, demGang der Sprach-Cultur gemäß, Bestätigung und Anse-hen erhalten.
Die Macht und die Wirkung des Sprachgebrauchs erstre-cken sich auf alle Redetheile; so bestimmen sie z. B. das Ge-
*) Versuch eines Systems des deutschen Styls von Pölitz.