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setzen, welches Herr Adelung dem deutschen Athen von 1740 —60 eingeräumt wissen will? — Ich muß mich sehr irren, oderes bleibt gegen die babylonische Sprachverwirrung, die hierausentstehen müßte, kein besseres Mittel, als es bey dem altenGrundsätze zu lassen, daß es die guten Schriftstellersind, welche.die wahre Schriftsprache eines Volkes bilden und(so weit als die Natur einer lebenden und sich also nothwen-dig immer verändernden Sprache zuläßt) befestigen."
„Sie allein," sagt er bald nachher, „sind dazu geschickt;denn ihre Werke bestehen; da hingegen die Volkssprache,auch bey den obern Classen der blühendsten Provinzen, wenig-stens alle viertel Jahrhunderte allerley Veränderungen erleidetund überhaupt einen immerwährenden Hang hat, unregelmä-ßig zu werden und sich zu verderben."
„Aber wenn es wahr ist," fährt Wieland fort, „daß jedelebende Sprache, so vollkommen sie auch seyn mag, niemahlssür ganz vollendet angesehen werden kann, so lange nochein höherer Grad von Aufklärung und Politur bey der Nationmöglich ist, so lange noch neue Ideen erworben, neue Em-pfindungen entwickelt, neue Schattirungen (nuances) der ei-nen und andern gemacht werden, und also hierzu entweder neueWörter, oder neue Redensarten, ungewöhnliche Metaphern,Figuren und Constructionen nöthig seyn können: um wie vielmehr muß dies; alles nöthig seyn, wenn eine Sprache noch kaumvor wenig Jahrzehenden mit Geschmack geschrieben zu wer-den a n g e f a ng e n hat, wenn ihre schöne Literatur erst nochim Wachsen begriffen ist, und wenn es noch in verschie-denen wichtigen Fächern an einer hinlänglichen Anzahl wahrerMeisterstücke fehlt? Es scheint schon unschicklich genugsumnichts stärkeres zu sagen), die Sprache einer der ersten Natio-nen des Erdbodens in die Schranken der Aufklärung, des Wi-tzes und des Geschmackes einer einzigen kleinen Provinz, unddes kleinen Zeitraums, worin diese sich einiger wirklicher Vor-züge vor den übrigen rühmen konnte, einschränken zu wollen.;aber wie unfüglich wird dieses Unternehmen erst dadurch, wenn