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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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§. i5.

Streit über die Entscheidung der Frage: wasist Hochdeutsch?

Die unter dem Nahmen der hochdeutschen bekannte Spra-che ist, nach Adelungs Bemerkung, eine Tochter der oberdeut-schen , doch mehr der nördlichen als der südlichen Provin-zen. Es ist die, durch den obersächsischen Dialect gemilderte,und durch Geschmack, Künste und Wissenschaften ausgebildeteund verfeinerte oberdeutsche Mundart.

Die Entscheidung der Frage: was ist Hochdeutsch?gab in den Jahren 1782 und 178Z zwischen zwey Koryphäenunserer Literatur und Philologie Veranlassung zu einer interes-santen Fehde *).

Nach Adelungs Meinung hatte Deutschland seine Schrift-sprache, das ist, die Sprache, worin alle diejenigen schreibenmüssen, welche gut deutsch schreiben wollen, wenigstens drey-mahl geändert; zuerst war sie fränkisch, dann südlich-deutsch oder schwäbisch, und endlich die südlich-ober-sächsiche. Die erste erhielt sich bis gegen die Mitte deszwölften Jahrhunderts, wo die kaiserliche Würde an dasschwäbische Haus von Hohenstaufen kam. Schwaben, in seinemweitesten Umfang, oder das südöstliche Deutschland, ward zudieser Zeit diejenige deutsche Provinz, welche alle übrigenan Wohlstand und Geschmack übertraf. Dadurch wurde auch dieLandessprache verfeinert und bekam in den spätern Zeiten denNahmen der hochdeutschen.

Diese Sprache, fährt der deutsche Philolog fort, erhieltsich in ihrem Ansehen bis gegen die Mitte des sechzehntenJahrhunderts, da sie der neuern hochdeutschen, nähm-lich der obersächsischen, sowohl den Nahmen als den Vor-zug abtrat. Das südliche Deutschland verlor nach und nach denGrad von Wohlstand, wodurch es der blühendste Theil von

*) Man sehe den deutschen Merkur von diesen beyden Jahren.

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