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Boß hat, dem Umfange nach zwar wenig, durch Scharf-sinn und Deyspiel aber viel geleistet in seinen vorher erwähn-ten Anmerkungen zu den lyrischen Gedichten *).
Kinderlings Werk über die Reinigkeit der deutschen Spracheund die Beförderungsmittel derselben, mit einer Musterungder fremden Wörter verbunden, verdient wegen der ausführ-lichen und tiefsinnigen Behandlung dieses Gegenstandes zumbesonder» Studium empfohlen zu werden.
Bon nicht geringerm Vortheil als Wörterbücher und Sprach-lehren , ist zur Befestigung in der Sprachreinigkeit das prakti-sche Studium oder die, mit kritischem Nachdenken verbundeneLectüre der vorzüglichsten Schriftsteller. Man lasse sich jedochnicht irre machen, wenn man selbst in diesen manchmahl Wör-ter findet, welche den Gesehen der strengen Sprachreinigkeitnicht angemessen sind. Große Schriftsteller setzen sich bisweilenaus Stolz, Eigensinn oder Nachlässigkeit darüber hinaus ; aberselbst das Ansehen des größten Schriftstellers ist nicht hinrei-chend, um Sprachfehler zu rechtfertigen und festgegründeteRegeln aufzuheben.
Mundarten der deutschen Sprache.
Die deutsche Sprache theilet sich, nach Adelung, in zweyHaupt-Mundarten: die südliche oder oberdeutsche,und die n örd l ich e oder niederdeutsche. Jede derselbenzerfallt wieder in mehrere kleinere und untergeordnete Provin-zial -Mundarten.
*) Nachrichten über einige, schon in der ersten Hälfte des acht-zehnten Jahrhunderts, projectirte deutsche Akademien, insbe-sondere zu Wien und Mannheim, wie auch über verschiedene,durch sie veranlaßte deutsche Wörterbücher, findet inan imJournal von und für Deutschland 1792 St. 11. und ir.;dann auch im Februar-Hefte der deutschen Monathschrift vomJahr 1-94.