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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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thum zu vermehren; und schon auf manches neugebildete Wort,das im Anfänge verspottet wurde, haben Gebrauch und Zeitunwiderstehlich ihr Gepräge gedrückt. Jeder Versuch, den manzur Bildung unserer Sprache machte, ging vorzüglich daraufhinaus, ihren eigenthümlichcn Charakter ihr wieder zu ver-schaffen, und sie in ihre angestammten Rechte wieder ein»zusetzen."

In der englischen und französischen Sprache fügen sichdie Wörter, welche aus der lateinischen darin ausgenommenworden, durch eine leichte Biegungssylbe, nach dem Geniusund dem Laute, der in diesen Sprachen herrschend ist. In Ver-deutschen macht die Aufnahme eines lateinischen Wortes in denmeisten Fällen unendliche Schwierigkeiten. Ich führe nur dasWort V e r b um zum Beyspiele an : declinirt man es, undsagt des Verb i, derVerborum,so spricht man offenbarzwey Sprachen; will man ihm eine deutsche Endung geben, undsagt: des Verbums, so fühlt man, daß man der SpracheGewalt anthut; sagt man das Verb und die Verben, soist dieß ebenfalls eine gezwungene Biegung. Wer wird sichhier-bey nicht unzähliger Beyspiele von ähnlicher Art erinnern ? Mansieht hieraus die Ungeschmeidigkeit und Unbildsamkeit unsererSprache, sobald man sie zwingen will, das Fremde in sichaufzunehmen. Man scheint dieß auch selbst in dem Zeitpunctempfunden zu haben, wo noch die Sucht herrschte, unsereSprache mit fremden Wörtern auszuschmücken: man wagte esnicht, z. B. die Endung iren, die den fremden Infinitivbezeichnet, deutsch zu schreiben, wodurch denn die Schrift eineben so seltsames buntes Ansehen, wie die Sprache erhielt."

So unbildsam und ungeschmeidig unsere Sprache gegendie Aufnahme des Fremden ist, so geschmeidig und bildsam istsie in und durch sich selber, weil sie ihre Stamm-und Wurzel-sylben, gleichsam wie ein zweytes Alphabet, auf unendlichmannigfaltige Weise wieder zusammengesetzt, und dadurch inmehr als einer Wissenschaft Wörter gebildet hat, die ungeach-tet ihrer Neuheit gleich anfänglich allgemein verständlich