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mummung; articuliren, gliedern; Duett, Zweygesang.Manche andere Verdeutschungen sind auch ganz falsch; z. B.tragisch, durch traurig; denn diese zwey Worte sagengewiß nicht das Rühmliche: es kann ja Manches trau-rig seyn, und ist desto ungeachtet keineswegs tragisch, sobalddie Größe dabey fehlt. Eben so unrichtig und schielend sindauch mehrerx andere versuchte Verdeutschungen, als: roman-tisch durch abenteuerlich; grotesk durch ungeheuer u. s. w.Die Nahmen mehrerer Wissenschaften hat man mit Glück insDeutsche übertragen; z. B. Botanik, Kräuterkunde; Phy-sik, Naturlehre; Nau t i k, Schifffahrtskunde; G e ographie,Erdkunde; Chronologie, Zeitrechnung; u. m. a. *)
§. a2.
Bildsamkeit der deutschen Sprache.
Eine sonderbare Eigenschaft unserer deutschen Sprache be-steht darin, daß sie mit großer Bildsamkeit großen Abscheu ge-gen die Annahme des Fremdartigen verbindet. Ich füge daheram Schluß der Lehre von der Reinigkeit der Sprache einigetreffende Bemerkungen bey, welche uns Hofrath Moriz ineiner Rede **) über die Bildsamkeit der deutschen Sprache,mittheilte.
„So wie unsere deutschen Vorfahren," sagt dieser geist-reiche Philolog, „sich sträubten, ihren Nacken unter das Jochder römischen Herrschaft zu beugen, so sträubt sich unsere Spra-che noch bis auf den heutigen Tag, irgend eine Mischung vonfremdem Zusatze in sich aufzunehmen und zu dulden; sie willnur aus und durch sich selbst gebildet seyn; was sie Fremdesaufnimmt, ist nie seines Bürgerrechts ganz gesichert, manversucht es irgend einmahl wieder auszustoßen, und, statt derfremden, wo möglich durch neugebildete Wörter den Reich-
*) S. Kinderling über die Reinigkeit der deutschen Sprache.
**> In der königlichen Akademie der Wissenschaften gehalten amaL. Jänner 1790. S. Deutsche Monathschr. Febr. 1792.