3. Provincialismen, oder Wörter und Formen/welche nur in den Mundarten gewisser Provinzen verkommen/den Gesetzen der hochdeutschen oder Schriftsprache aber zuwiderund deßhalb in sie nicht ausgenommen sind.
4- Alle aus fremden Sprachen entlehnten Wörter undFormen / das ist: alle G r ä e i s m e n, Latinismen/ Gal-licisme ist, Anglicismen u. s, w.
§- 7 '
Archaismen.
Schon Horaz sagte eben so schön als wahr:
»So wie die Wälder das Laub mit den eilenden Jahren ver-ändern,
Voriges welkt: so vergeh'» absterbender Worte Geschlechter*)."
Der Grund des Veraltens der Wörter kann aber liegen:
а) In einer Verstümmelung / welche dem vervollkommne-ten Bau der neuern Sprache zuwider ist; z. B. h außenstatt hier außen; naus statt hinaus; Heinz statt Heinrich.
K) In dem Unedlen des Ausdrucks/ z. B. schmeißenstatt werfen ; G e seck l statt Gefährte; stiften statt wirkenyder bewirken.
c) In der Zweydeutigkeit des Ausdrucks / welcher später-hin durch beobachtete Unterscheidung berichtiget wurde; z. B.einfältig statt einfach; ahnden statt ahnen.
б) In dem nicht gehörig ausgebildeten Bau der Wörter;z> B. fähnlich statt gefährlich; Fährlichkeit statt Ge-fahr; söhnen statt versöhnen; benahmsen statt benen-nen; gülden statt golden; zween oder zwo statt zwey;stund, fun d statt stand, fand; Copei statt Copie.
e) In dem unnützen Sylben-Uberfluß; z. B. geruhigstatt ruhig; nachdeme statt nachdem; denen statt den;
cher sich mit der Abstammung der Wörter beschäftiget, und sie
auf ihre Wurzel- oder Stammwörter zurückführt.
*) IPist. -ul 1>is. von Voß übersetzt.