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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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dahero statt daher; alldieweil statt weil; an ver-wandt statt verwandt.

Jndeß laßt sich aber auch nicht läugnen, daß manche Wör-ter ohne Grund / oder wenigstens ohne hinreichenden Grund/außer Gebrauch kamen/ und eigentlich mehr vergessen/ alsverworfen wurden. Solche, bloß durch Zufall veraltete Wör-ter, werden aber von guten Schriftstellern ai ^ ihren Gräbernoft wieder erweckt, und mit verjüngter Schönt it in die Spra-che eingeführt. Von dieser Art sind z. B. die Wörter: Min-ne, beginnen, frommen», m. a. Aus den vorhergehen-den Bemerkungen wird man sich überzeugen, daß zwischen a l-ten und veralteten Wörtern überhaupt ein großer Unter-schied sey, und daß ein Wort alt seyn könne, ohne deßhalbveraltet zu seyn. Die Erfahrung lehrt, daß neugeschmiedeteWörter oft schneller veralten als so manche alte. Quin-tilian bemerkt *), daß die aus dem Alterthum gehöhlten Wör-ter dem Styl eine gewisse reizende Würde mittheilen, indemsie das ehrwürdige Ansehen des Alters mit dem Reize der Neu-heit verbinden. Nur gebrauche man sie nicht zu häufig und nichtohne Noth und Absicht! Dem poetischen Styl, und insbesondereden Komikern, ist hier etwas mehr Freyhött gestattet. Im Ge-schäfcsstyl sind Archäismen manchmahl kaum zu vermeiden, unddeßhalb hier und da zu entschuldigen, als Fehler aus Noth.

Eben so wie die einzelnen Wörter sind auch gewisse Wen-dungen und Formen nach und nach veraltet. So seht man z. D.jetzt den Artikel und die Hülfszeitwörter seyn und habenviel häufiger als ehemahls, wo man damit bis zur Gefahr derDunkelheit und Sprachrichtigkeil zu sparen suchte. So ist auchdie einst so beliebte Ökonomie verschwunden, welche man dabeobachtete , wo zwey oder drey auf einander folgende Wörtergleiche Endsylben hatten; man gab ihnen dann gleichsam eineeinzige gemeinschaftliche Endsylbe, welche erst bey dem letztenWorte gesetzt wurde.

) orrit. I. !. /z.