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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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originell-unsinnigen Wörtern und Zusammensetzungen über-häuft, oft bis zur lächerlichsten Albernheit. So wäre es z. B.höchst abgeschmackt, statt Perrücke auS Neinigkeitssucht H a a r-mütze zu sagen; oder statt Nonnenkloster (Elaustrum)Iungsernzwinger. Man kann sich also fremder Wörter ohneVerletzung der Reinigkeit bedienen, sobald sie entweder dasBürgerrecht bey uns erhalten haben, oder nach den Gesetzender deutschen Sprache gebildet sind. Ein sprachwidrig ge-bildetes deutsches Wort verstoßt aber gegen die Reinigkeiteben so sehr als ein entbehrliches fremdes.

§. 5 .

Correctheit.

Mit der Reinigkeit unmittelbar verbunden ist die Cor-rectheit; welche in der äußern und innern mechanischenVollendung der gebrauchten Wörter und der durch sie bezeich-nten Begriffe besteht.

Die Correctheit kann daher entweder eine grammatika-lische oder eine logische seyn ; die erstere verstoßt gegen denMechanismus der Worte, die letztere fehlt durch Lücken in derStufenfolge der Begriffe. Selbst der kleinste Fehler gegen ei-ne von beyden Arten der Correctheit beleidiget entweder dasVorstellungsvermögen oder die Schönheit der Form.

tz. 6.

Barbarisme ».

Es gibt vier Arten von Barbarismen:

1. Archaismen, oder veraltete Wörter und Formen, diesich zwar manchmahl in der Sprache des allgemeinen Lebenshalten, von den besseren Schriftstellern der Nation aber nichtmehr gebraucht werden.

2. N e ol o gi s m e n, das ist, neugebildete, und der Spra-che ohne Noth aufgedrungene Wörter, deren Bildung weder durchdie Etymologie *), noch durch Analogie gerechtfertiget wird.

*) Etymologie heißt derjenige Theil der Sprachlehre, wel-