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6. Kraft und Nachdruck.
7. Wohlklang.
Hier folgt die Lehre von den allgemeinen Eigenschaf-ten. Von den be sondern wird in der Theorie desStyls ge-handelt werden.
§. S.
Reinigkeit der Sprache.
Die Reinigkeit ist diejenige Eigenschaft der Sprache,vermog welcher sie keine andere Wörter und Wortverbindungenaufnimmt, als solche, die ihrer eigenen Sprachähnlichkeit undihrem Genius gemäß sind, oder denen sie vor der Aufnahme undEinverleibung das Fremdartige und ihr Widersprechende abge-schnitten hat.
Alles, waS der Sprache aufgedrungen wird, ohne ihr ana-log zu seyn, alles, was sich durch Form oder Klang als ihrheterogen ankündiget, heißt daher Barbarismus, und istsorgfältig zu vermeiden,
§- 4 -
Purismus. Puristen.
Mir dem Worte Purismus bezeichnet man das Bestreben,die Sprache von allem Fremdartigen zu reinigen, und Wörterdieser Art durch einheimische zu ersetzen. Denjenigen Sprach-lehrern, welche diese Eigenschaft der Sprache besonders geltend zumachen suchten, wurde der Nähme Puristen beygelegt. Daßman auch in dieser, an sich sehr löblichen Bemühung zu weitgehen kan», habe» leider so manche mißlungene Versuche bewiesen,wobei) man aus zu großem Eifer für die gute Sache ins Gezwun-gene, Einseitige, Kleinliche, Spielende und Läppische verfiel.
Man muß daher auch hierin nichts übertreiben. Entbehrli-che fremde Wörter sind allerdings zu vermeiden. Läßt sich aber einfremdes Wort durch ein einheimisches nicht richtig, ungezwungenund glücklich ersetzen, so behalte man lieber jenes Key; und wäh-le aus zwey Übeln das geringere, sonst wird die Sprache mit