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stellen,, Plato. Er schildert' sie in mehreren seinrr Dialogenals Menschen ohne Begriffe und Einsichten, als unfähig zurÜbersicht einer Schlußkette, als unwissend genug, um in diegröbsten Schlingen zu fallen, uno als die verächtlichsten Schrift-steller. Plato ging hierin offenbar zu weit. Kenntnisse und Ge-schicklichkeit lassen sich den Sophisten seiner Zeit keineswegs ab-sprechen; aber Mißbrauch und Übertreibung waren ihre großenFehler. Hätten sie weniger Fähigkeiten besessen, so wären sieweniger gefährlich und schädlich gewesen.
tz. 19.
Hauptzweck der Beredsamkeit.
Zene erhabenen Lehrer der Weisheit und Beredsamkeitder Vorwelt, Aristoteles, Plato und Cicero, setzten den Zweckder Redekunst also fest *): Ihr Verdienst, sagen sie, besteht nichtin der wohlgelungenen Verbindung des Eingangs der Erzäh-lung und der übrigen Theile der Rede, nicht in den Kunstgriffendes Styls, der Stimme und Geberdung. Dieß sind nur Ne-bendinge, welche zuweilen nützlich, aber stets gefährlich sind.Wir fordern daher vom Redner, daß er zu den natürlichen An-lagen Wissenschaft und Nachdenken füge.
Bestimmt die Natur dich zum Redner, so warte, bis dieWeisheit dich langsam dahin sühre! Sie beweise dir, daß dieBeredsamkeit zuvorderst überzeugen und dann erst über-reden soll, folglich ihre Hauplstärke aus der Kunst zu schließenschöpfen muß; sie lehre dich deßhalb, dir richtige Begriffe zuverschaffen, sie klar auszudrücken, ihre Gegenstände nach allenihren Beziehungen und Entgegensetzungen einzusehen, daswahre Wesen jedes Dinges zu erkennen, und Andern anschaulichzu machen. Wenn sie immerfort auf dich gewirkt hat, so wird siedich mit den Einsichten begaben,welche einem Staarsmanne,einemunparteyischen Richter, einem trefflichen Patrioten zustehen.Unter ihren Augen wirst du die verschiedenen Arten der Re-
*) Barthelemy's Reife d. j. A. 4. B.