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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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gierungsformen und der Gesetze, den Staatsvortheil der Völ-ker, die Natur des Menschen und das bewegliche Spiel seinerLeidenschaften ergründen. Nur dann wird dir das Recht zuunserer Belehrung zustehen, um uns auf der Rednerbühnezu entwickeln, was wahrhaft nützlich ist; vor den Gerichtsschran-ken, was wahrhaft gerecht ist; und in deinen, dem Andenkengroßer Männer, oder dem Preise der Sittlichkeit gewidmetenReden, was wahrhaft anständig und edel ist.

§. 2o.

Modificationen des Hauptzwecks.

Der Hauptzweck der Beredsamkeit ist also allerdings dieÜberzeugung; indessen arbeitet der Redner oft auch aufandere diesem untergeordnete, oder mit demselben verwandteZwecke.

Dieß zeigt sich schon daraus, daß jede Art des einfachenRedesatzes der Inhalt einer Rede werden kann, und sodannden Zweck bestimmt, welcher hiernach eben so verschieden seynkann. Beyspiele von bejahenden, verneinenden, er-klärenden, befehlenden, ermahnenden, undausrufenden Sätzen werden dieß am deutlichsten zeigen.

Bejahender Satz :Die Redlichkeit gibt Seelenruhe."

Verneinender Satz:Dummheit kann kein wahresGlück geben."

Jeder von diesen zwey Sätzen kann durch eine ausführ-liche Rede bestätiget oder widerlegt werden. Der eigentlicheZweck des Redners muß hier Ub erz e ug un g seyn, da erEtwas als wahr oder falsch darzustellen hat.

Bloß erklärender Satz:Gefälligkeit ist einedles Anschmiegen an die Denkungsweise und an den Willenanderer Menschen; sie unterscheidet sich also von der Schmei-chcley, welche ein unedles und sträfliches Anschmiegen ist."

Der u n mi ttel b are Zweck dieses Satzes ist die Ent-wicklung und Festsetzung des Begriffes der Gefälligkeit, folglichnicht sowohl Überzeugung, sondern vielmehr Aufklärung.