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Gemüther» sehr häufig verdunkelt, seine Geist und Herz durch-dringende Wärme geschwächt und abgekältet, seine sür das Heildes Menschengeschlechts über alles wohlthätige Wirksamkeit aufeine höchst verderbliche Weise erschwert und nicht selten ganzvereitelt. Und es ist daher offenbar thöricht, jedes Uberredungs-mittel des Geistes, und jedes Weckungsmittel des moralischenGefühls, dessen sich der Redner zu guten Zwecken bedient, für-unnütz und entbehrlich, oder wohl gar der guten Sache schäd-lich zu erklären. Selbst aufgeklärte Geister und edle, warmfühlende Gemüther, können für gewisse bessere Überredungen,für gewisse gute Entschließungen und Handlungen, deren Be-stimmungsgründe ihnen, durch irgend eine momentane Ver-wirrung oder durch vorgefaßte Meinung, nicht hell genug ein-leuchten, jener Uberredungs - und Weckungsmittel bedürfen. Be-redsamkeit kann also, in Fällen dieser Art, sehr wohlthätig selbstauf sie wirken — durch die bestimmtere Richtungihrer Geisteskräfte und ihres moralischen Sin-nes auf den vorliegenden Gegenstand des Ent-schlusses pd er d er H a n dl ung,
§. i?.
Würde undNutzen d er B e re dsa in ke i t.
Die Beredsamkeit ist also das vollkommenste Mittel, dieMenschen verständiger, besser und glücklicher zu machen. Bey Bil- 'düng der ersten Menschenvereine war das Talent der Rede, wiedie Geschichte uns beweiset, von großem Einflüsse. Durch die herr-liche Gabe der Darstellung sind Sokrates, Plato, Tenophon,Demosthenes und Cicero, Herder und Rousseau, und so vieleandere der größten Geister aller Völker und Zeiten, Lehrer derMenschheit geworden. Die Beredsamkeit unterrichtet ja sowohleinzelne Menschen, als auch ganze Gesellschaften, über ihrwahres Interesse; durch sie werden die Empfindungen derMenschlichkeit, der Ehre, der Liebe zum Vaterland und zujeder geselligen Tugend in den Gemüthern rege gemacht.