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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
Entstehung
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neu Vortrag an die richterliche Versammlung befördern soll,betreffe nichts Geringeres, als die Rechtfertigung eines Un-schuldigen, die Anklage eines Sträflichen, die Abstellung einesalten Gesetzes, die Einführung eines neuen, das Heil desStaats.

Der Redner tritt auf, und erschöpft allen Scharfsinn desVerstandes, alle künstliche Schlußkraft der Vernunft, alleIdeen - Verbindungskraft der Phantasie, alle Stärke derLeidenschaft und alle Blumen der Rede um seinen Zweckzu erreichen.

Ist das, was der Redner hier thut, nicht entbehrlich, über-flüssig, und vielleicht sogar zweckwidrig? Wozu hier Scharf-sinn und Erfindungskraft aufbiethen ? Die Wahrheit leuchtet ent-weder durch sich selbst, oder man lege sie, aus ihrer Goldgrubehervorgegraben, ohne Schlacken, so wie ohne fremden Schim-mer, dem wartenden Zuhörer vor Augen. Wozu künstlich ver-wickelte Schlußreihen? Nicht der Redner soll seine Kunst spie-len lassen, sondern die Wahrheit soll ihre Kraft auf die Ge-MÜlher äußern; der Zuhörer selbst soll urtheilen, der Rednernur desselben Urtheil leiten, ihm gleichsam nur die Materiedazu, rein bearbeitet, vorlegen. Warum allen Schmuck desWitzes und alle Blumen der Rede herbeyhohlen, um den Ge-genstand zu verschönern? Die Wahrheit ist schön durch sich selbst;und Schmuck verputzt sie nur. Betrifft es aber einen mißfälli-gen Gegenstand; wofür ihn ins Häßlichere schildern? Seine ei-gene Gestalt wird sich dem Gemüth, in welchem die Bilder desMoralisch-Schönen und Häßlichen leuchtend eingeprägt sind,schon von selbst widrig genug mahlen. Und wozu endlich sich andie Leidenschaft der Zuhörer wenden, und ihre gefährliche Ge-walt aufregen? Sie verdunkelt die Klarheit, mir welcher dieWahrheit allein nur erkannt wird; sie übertölpelt gleichsam denVerstand und mißleitet die Richtung des Willens.

Der ernste Denker wird die bewundertste Rede dieser Gat-tung anfangs mit auffallender Befremdung über die unerwar-rere Darstellungsart anhören: aber die Kunst des Vortrags,