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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
Seite
421
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Trautes Liebchen! ich und duBringen da den Abend zu.

Durch die Kühle, durch die Stille,

Rinnt der Quell und zirpt die Grille!

Zarter Nebel hüllt den HainUnd die grauen Felsen ein.

Und im lichten WolkenmeerWallt der stille Mond daher;

In der Ulme grünen HallenNisten junge Nachtigallen,

Und am alten Felsenthurm,

Steigt und glüht der Feuerwurm.

Leiser treibt des Lebens FluthWenn um uns die Gegend ruht.

Wie des Friedens stille Lethe,

In der Kindheit Morgenröthe,

Über Frühlingsblumen glüht:

Trautes Liebchen, willst du mit?

A. F. v. S t e i g e n t e s ch.

Freuden der Gegenwart.

Lasset die rosenumkränzeten StundenBey den ätherischen Schwingen uns fassen.Schnell, wie vorüber die Eilenden slieh'n!Wenn wir sie lässig entschlüpfen uns lassen,Sind auch auf immer die Holden verschwunden.Welche sich zürnend dem Trägen entzieh'».Haschet im Fluge den Augenblick!

Freunde, er kehret euch nimmer zurück!

Lasset, vergönnt uns Apollon die Leyer,

Heiter sie immer und fröhlich ertönen!

Freuden der Gegenwart singe sie nur;

Dieser nur kann mit dem Schicksal versöhnen:Denn um das Künftige wallet ein Schleper,

Und es verweht der Vergangenheit Spur.

Haschet im Fluge den Augenblick!

Freunde, er kehret euch nimmer zurück!