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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
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Erste Ablheilung

Das Wesen der Kunst.

1.

^ie Kunst ist mit Bewußtseyn wirksam. Unwiderstehlich fühltder Künstler zum Schaffen eines Werkes sich hingerissen; erweist um sein Thun, und folgt dem Drange einer innerenNothwendigkeit. Freythütigkeit, in inniger Verbindung mitinnerer Norhwendigkeit, bezeichnet den wahren Künstler; undsein Werk, ohne äußere Bedingung, nur um seiner selbstwillen hervorgebracht, stellt sich uns als wahres Kunst-werk dar.

2 .

Bey dem Schaffen des Werkes müssen dem Künstler dieNormen, Regeln, vorschweben und ihn leiten; doch darf dasWissen des Künstlers aus dem Werke nicht hervor blicken, sonstwird das Mühsame fühlbar zum Nachtheile des Werkes. Indieser Hinsicht muß das Kunst-Producr wie ein Natur-Producterscheinen, welches streng nach Regeln gebildet sich darstellt,ohne die Regeln auffallend zu zeigen.

3.

Die Kunst ist dem Künstler angeboren; das Vermögen,die Kraft «>d die Gesetze des Bildens sind ihm angestammt. Beydem wahren Künstler kann daher die Kunst nur auf eine leben-dige, werklhätige Weise sich äußern, und bey dieser Thätigkeitmüssen die Kunstwerke das Gepräge der Natur-Producte an sich